Mittwoch, 21. November 2012

Wachstum - Das notwendige Übel

(ph) Wachstum – Einer der irreführensten Begriffe unserer bewusst desinformierten Gesellschaft. Im Allgemeinen wird Wachstum immer mit etwas grundlegend positivem und unabdingbaren suggeriert. Jedes Mal wartet die staatliche Pressemeute gespannt auf die Prognosen der verschiedenen Institute. Wie hoch schießt unsere Wirtschaft wohl diesmal in die Höhe? Dabei spielt es keine Rolle, wen man fragt, vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Fliesenleger, jeder wird Ihnen bescheinigen, dass Wachstum etwas Gutes sei – Bewusste Meinungsmache oder wahrheitsgemäße Begriffsbeschreibung?

Sicherlich kann man der Vergrößerung einer Volkswirtschaft auf Anhieb nichts Negatives abgewinnen. Hervorgerufen durch erhöhte Produktivität, sorgt sie für wirtschaftliche Sicherheit und fördert den Wohlstand – könnte man meinen. Die Wahrheit weicht, wie alle Details in der Märchenrepublik auch in diesem Punkt stark von der Staatspropaganda ab. Ständiges Wachstum ist nämlich nichts anderes, als eine notwendige Komponente zum Erhalt unseres perfiden Systems. Richtig gelesen, die jedes Jahr steigenden Arbeitsleistungen jedes Einzelnen, Ihr Stress, Ihr Aufwand, Ihr Schweiß, dienen grob betrachtet vor allem zur Erhaltung unseres Schuldensystems.

Wachstum beschreibt nämlich die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts eines jeden Staates. Dieses stellt nichts anderes als die Größe dar, die alle Bürger im Laufe eines Jahres mittels Dienstleistung und Produktion zusammentragen. Eine ganz entscheidende Einheit, denn unser gesamtes Kasino-System kann nur weiter funktionieren, wenn diese Größe ständig ähnlich stark wächst, wie die Geldmenge – und jene schießt ja zur Zeit des Öfteren mal in die Höhe.

Foto: selbstständigmachen.net 
Sie müssen sich das Vorstellen wie ein Diagramm mit zwei identischen Säulen. Wächst die eine, so muss auch die andere nachziehen. Druckt also eine Zentralbank neue Scheine, so muss auch das entsprechende Bruttoinlandsprodukt ansteigen. Dies ist nicht mehr und nicht weniger als eine grundlegende Definition der volkswirtschaftlichen Ökonomie. In den letzten 20 Jahren wuchs die deutsche Wirtschaft jährlich nun durchschnittlich um 1,5%. Setzt sich dieser Trend fort, müssten die Deutschen in weit weniger als 50 Jahren doppelt so viel leisten. Schwer vorstellbar, wie beispielsweise Fernfahrer ihre Geschwindigkeit oder Fabrikarbeiter ihre Produktivität verdoppeln sollen. In ziemlich genau 93 Jahren müssten unsere Nachfahren dann übrigens schon das Vierfache leisten – Es verhält sich nun einmal exponentiell, dieses Wachstum.

Um diesen realen Irrsinn abzurunden, lohnt einmal mehr der Blick in die Vereinigten Staaten. Mit insgesamt 13 Billionen US$ besitzen die USA einen Anteil von 26,3 % am weltweiten Bruttoinlandsprodukt. Anders formuliert: 4,5 Prozent der Erdbevölkerung sollen für mehr als ein Viertel der globalen Produktivität verantwortlich sein – Präziser formuliert, die übergewichtigsten 4,5 Prozent.

Da sich die wahnsinnige Geldpolitik der FED eben aber nur so realisieren lässt, schrauben die Amerikaner ihr BIP seit Jahrzehnten künstlich in die Höhe. Zum Beispiel durch die sog. „Hedonic-Pricing-Methode“. Mittels dieser werden sämtliche Umsätze der US IT-Industrie völlig überhöht bewertet. Jeder von Staatsschulden finanzierte Krieg ruft desweiteren ein Wachstum um weitere 3% pro Jahr hervor. Die landeseigene Gefängnisindustrie beherbergt 1,5 Millionen Gefangene, mehr als China und Europa zusammen – so kann also auch eine fehlerhafte Gesellschaft der Volkswirtschaft helfen, Chapeau!

Um den unausweichlichen Gelddruck zu ermöglichen bzw. den Systemkollaps zu vermeiden, lassen die USA augenscheinlich nichts unversucht. Würde man die Billionen für Militärtechnik ignorieren und das Land auf seine Realwirtschaft (GM, Apple u.a.) reduzieren, stiege die Verschuldung der Vereinigten Staaten auf mindestens 150% an. Diese Lawine würde sich verselbstständigen und die Halbwertszeit des globalen Finanzsystems verringern. Wenn Sie also das nächste Mal jemand von Wachstum überzeugen möchte, dann erklären Sie ihm bitte was es in Wahrheit damit auf sich hat – Die ertragslose Extra-Portion Stress jedes Einzelnen.

9 Kommentare:

  1. "Schwer vorstellbar, wie beispielsweise Fernfahrer ihre Geschwindigkeit oder Fabrikarbeiter ihre Produktivität verdoppeln sollen..." Grundsätzlich sind die Gedanken richtig, allerdings lassen sie den Aspekt der Technologie außenvor. Was das bedeutet für Energie, CO2, Ressourcen ist natürlich auch offensichtlich....

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    1. Finde diese argumente wichtig und richtig. Für mich stellt sich dann aber Frage was tun? Und was ist wenn unsere Wirtschaft schrumpft. Wir sind ja global an diesem Spielchen des Wachstums gebunden. Kann eine einzelne Volkswirtschaft den Ausstieg waagen ohne von den Wachstumsgeilen Wirtschaften gefressen zu werden?

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    2. guck mal nach Equador. Die haben sich vor ein paar Jahren offiziell von einer Wachstumsnotwendigkeit losgesagt...

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  2. Wachstum! egal wie und wohin, hauptsache schnelles Wachstum. In der Medizin nennt man das "Krebs"!!!!

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  3. Generell ist es völlig hirnverbrannt zu glauben, daß in einer begrenzten Welt, mit immer knapper werdenden Ressourcen, ein auf Wachstum basierendes System funktioniert. Schon heute verbrauchen wir 8 Barrel Öl pro geförderten Barrel.In 2 Jahren ist das Verhältnis schon 10:1 usw. Bei einem solchen Verbrauch reicht das Öl noch bis maximal 2030! Traurig, daß weder Politiker noch die Auotomobilbranche im Hinblick auf die Frage "Was kommt nach dem Öl?", aktiv werden. Jedes halbe Jahr werden neue Autoserien herausgebracht und alle machen so weiter wie zuvor, als wäre nachhaltiges, ökologisch verantwortliches Wirtschaften und ein neues Geldsystem nicht einmal eine Überlegung wert.

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    1. Naja, die Ölknappheit ist vermutlich auch nur ein Märchen. Zumindestens gibt es in der These ungereimtheiten, da sich zB. in Russland ausgeschöpfte Ölfelder wundersamer Weise wieder aufgefüllt haben. Es ist einfach nicht hinreichend belegt aus welcher Tiefe das Öl nach oben dringt. Die Frage ist, wer von der Lehrbuchmeinung profitiert und ob wir immer die neusten Studien zu Gesicht bekommen? ...Nichtsdestotrotz begegnen wir Umweltzerstörungen ungeheurer Art (denken wir allein schon an die Anzahl der Ölkatastrophen!), da die Ressource Umwelt bzw. Umwelt als Allgemeingut in den Wirtschaftsbilanzrechnungen garnicht auftaucht. Zumindestens nicht in dem Maße, wie es ihr ebenbürtig erscheinen würde. Das ist das große Dilemma an unserem System. Alle schützenden Maßnahmen sind suboptimal, wenn nicht sogar kontraproduktiv, solange man das Kapitalschöpfungssystem (sprich den Kapitalismus) nicht Grundlegend revormiert. Die gegenwärtigen an der Macht beteiligten Parteien werden uns nicht weiterbringen, da sie ihre Aufträge nicht vom Volk erhalten und beiläufig auch Profiteure dieses korrupten Systems sind. Schulen, Ministerien etc., alle stecken sie unter einer Decke oder werden klein gehalten. Es müsste so langsam Einigkeit im Volk bestehen, viele sind der Meinung, dass sich was ändern muss. Ohne Blut, Schweiß und Tränen kommen wir immer weniger herum, je länger wir uns kleinhalten lassen.

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  4. Naja... um wirklich was zu verändern müsste jeder sich selber ändern... und da geht es ja auch schon los...Aber ich bin da ganz hoffnungsvoll... Jedes System ist biher gescheitert.... braucht man sich die Geschichte nur angucken... Auch dieses System wird es irgendwann nicht geben...

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  5. ##### Veranstaltung: Der Währungscountdown
    ##### Am 23.6.2013 in der Urania Berlin
    ##### Google: anthrovz.de
    Der Plan B der WISSENSMANUFAKTUR wird vorgestellt. Seine vier Teile sind das Bedingungslose Grundeinkommen, fließendes Geld, Bodenrecht und die Freiheit der Presse. Anschließend findet eine Diskussion statt. Herzlich willkommen! Auswege aus unserer Zeit sind gar nicht weit. Informieren Sie sich bitte.

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  6. schwer vorstellbar bei immer mehr Menschen, die einfach NICHTS machen

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