Von Nico Hickel
Vor knapp zwei Wochen
ging die 18. UN-Klimakonferenz in Doha zu Ende. Dieser Satz umschreibt
in seiner prägnanten Kürze so ziemlich Alles, was es wichtiges über die
Konferenz zu berichten gab.
Viel mehr kam in Doha, und in den Zeitungen danach, also nicht rüber. Verglichen mit den vergangenen Events aus Durban, Cancún oder gar
Kopenhagen jedoch, wurde in Doha diesmal so richtig in die Ärmel gespuckt und
die Hände hochgekrempelt... oder andersrum.
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| Foto: forum-csr.net |
Wir erinnern uns: Offiziell
lief diese unerlaubt nervtötende Konferenz (umgangssprachlich auch
UN-Konferenz) vom 26 .Oktober bis 7. Dezember im arabischen Emirat Katar.
Ausgerechnet Katar. Kein anderes Land der Erde hat einen größeren CO2-Ausstoß
pro Kopf als Katar. Dreimal so viel wie Deutschland, vom Wasserverbrauch ganz
zu schweigen. Unbestätigten Gerüchten zur Folge laufen dort die Klimaanlagen
mit Öl und die Kaffeemaschinen mit Gas. Verwundern würde das wohl niemanden. Ergebnis der
zweiwöchigen Abgeordnetenparty war die Verlängerung des bestehenden
Kyoto-Protokolls um acht Jahre bis 2020.
Welch angenehme Ironie,
dass Japan, damaliger Namensgeber, sich aus dem neuen Protokoll verabschiedet
hat. Genauso wie Russland, Kanada und Neuseeland. Aber Europa, ja wir,
wir werden das Kind schon schaukeln. Wer genau wie viel schaukelt, wer die
Schaukel bezahlt und warum die Schaukel wieder ausgerechnet von den zwei
professionellen (Schiff-)Schaukelbremsern aus Amerika und China angehalten wird,
diese Fragen konnten beim besten Willen nicht mehr beantwortet werden. Dafür
waren zwei Wochen einfach viel zu kurz. Anmerkung für das nächste Jahr, vier
Wochen sind Minimum. Dann kann der Jahresurlaub gleich angehängt werden!
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| Foto: kleinezeitung.at |
Lange Rede gar kein
Sinn, nach zwei Wochen und Millionen an Steuergeldern aus der ganzen Welt ging
der Gipfel mit dem, von Experten schon lange vorhergesagten, "kleinsten
Nenner" zu Ende. Wäre es nicht für alle Beteiligten einfacher gewesen, ein
Sammelschreiben der sogenannten "Experten" in den UN-Verteiler zu
kopieren und diesen dann per Mail an die jeweiligen Verantwortlichen
weiterzuleiten? Vermutlich nicht. Sonst hätte ja niemand Urlaub in Katar
gemacht.
Ich hätte da mal einen
Vorschlag für die nächste Konferenz 2013, sollten uns die Maya vorher keinen Strich
durch die Rechnung machen.
Wie wäre es, wenn wir
unsere Energiepolitische Elite einfach in einem unklimatisierten, toilettenlosen
Konferenzraum einsperren, und erst dann wieder aufmachen falls sie uns, der
Welt, einen seriösen, durchführbaren wenn auch verschwitzen Aktionsplan unter
der Türe durchschieben würden. Getreu dem Urlaubsfahrt-Motto zum Campingplatz:
"Wir sind nur so stark wie die schwächste Blase".
Dann hätte die
"Klima"-Konferenz vielleicht einmal Erfolg.


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