Donnerstag, 6. Dezember 2012

Klimakonferenz 2012 - Das Spiel vom schwarzen Peter

Von Martin Kammerer


Seit dem 26. September 2012 findet die achtzehnte Klimakonferenz statt. Und da sie genau so ergebnislos sein wird, wie die siebzehn vorangegangenen Konferenzen, wird schon während der Konferenz nach Schuldigen gesucht.(Ich nenne sie bewusst ergebnislos, da man das Zusatzprotokoll aus Kyoto 1997 nur als Erfolg werten könnte, würden sich alle Staaten daran beteiligen.)


Für unsere deutsche "Corporate Media" war bei dieser Suche der Gastgeberstaat Katar ein gefundenes Fressen. Katar hat den höchsten CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr weltweit. Diese Formulierung ist ein schönes Beispiel, wie Statistiken benutzt werden können, um ein falsches Bild zu erzeugen. Für Katar kommt man auf 44 Tonnen CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr.



Foto: Zeit
Sehen wir uns doch einmal Bergheim-Niederaußem in Nordrhein-Westfalen an: Niederaußem hat knapp 6000 Einwohner. Allerdings steht in Bergheim-Niederaußem eines der größten deutschen Kohlekraftwerke, mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von etwa 28 Millionen Tonnen. Demzufolge hat Niederaußem mit 4666,7 Tonnen pro Kopf und Jahr den weltweit größten CO2-Ausstoß. Eine solche Statistik ist also völlig sinnfrei.

Genauso sinnfrei ist es auf Basis einer solchen Statistik einen Staat als Klimasünder zu bezeichnen, der weniger als halb so viele Einwohner wie Berlin hat und die meiste erzeugte Energie noch nicht einmal selbst nutzt, sondern in Form von Flüssiggas exportiert.
Worüber wir einmal mehr hinweg getäuscht werden, sind die tatsächlichen Ursachen des Scheiterns. Warum können und wollen sich Staaten nicht an eine Reduktion der Freisetzung von Schadstoffen in unsere Atmosphäre halten? Die Antwort auf diese Frage führt uns keineswegs zum Geheimbund der ewigen Klimafeinde, sondern vielmehr auf den gleichen Grund wie immer: Das Geldsystem.

Durch die Reduktion des CO2-Ausstoßes würde die Wirtschaftsleistung eines Staates verringert werden. Entweder weil weniger produziert werden würde, oder weil die umweltfreundlicheren Produktionsmethoden auch meistens die wesentlich kostspieligeren sind. Und da uns die durch Zinsen immer weiter wachsende Geldmenge auch zu immer weiterem Wirtschaftswachstum zwingt, können sich das viele Staaten einfach nicht leisten. Einmal mehr ist also die einfache Antwort auf die Frage nach den Gründen: Das verzinste Geld. Doch eine solche Wahrheit dürfen wir von unseren Medien, welche in der Hand der wenigen Profitierenden dieses Systems sind, leider nicht erwarten.

Interessant wird einzig und alleine sein, wer dieses mal hinter den Kulissen der Klimakonferenz das kurze Streichholz zieht, und deshalb der Böse sein muss, der nicht mitspielt. Während alle anderen sich als Befürworter hinstellen und unsere Kanzlerin tagelang von einer "gemeinsamen Lösung" brabbeln wird, die gar nicht erreicht werden konnte. Arme Erde.

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