Sonntag, 20. Januar 2013

Deutschlands Gold bleibt futsch

Von Philipp Horn

700 Tonnen Gold – Der Druck der Öffentlichkeit war nun also doch zu groß. Oder die Bundesbank hat selbst kalte Füße bekommen, nachdem Sie den einen oder anderen Artikel hierzu gelesen hat.

Wie auch immer, Fakt ist, dass wir die annähernd Hälfte unseres Goldanteils, der in den USA lagert, nun also zurückholen – bis 2020 sollen die leeren Plätze in den Frankfurter Tresorräumen mit den volkseigenen Edelmetallen gefüllt sein. Gleich zwei Dinge sind an diesem Fakt erscheinen etwas skurril:

Foto: usToday
Erstens: Warum erst zum Jahr 2020? Bis dahin können sich bestehende Verhältnisse erdrutschartig ändern. Regierungen wechseln, Währungen einstürzen, Kriege ausbrechen, Europa zerfallen - Selbst Goldbestände könnten  manipuliert werden.

Zweitens: Warum liest man zu diesem Thema aktuell in jeder Tageszeitung, das eben jene Frankfurter Tresore auf einmal endlich genug Platz beherbergen würden? Möchte man dem Volk damit wahrhaftige erklären, dies wäre tatsächlich ein Grund für das bisherige Outsourcing unseres Staatsschatzes gewesen? Zu wenig Platz in den Tresoren? - Ja, man möchte offensichtlich.

Jedenfalls wird mit dieser Medienoffensive einmal mehr folgendes erreicht: Der Bundesbürger ist beruhigt. Das Thema Goldreserven dürfte in diesem Zusammenhang also erst einmal wieder für eine gewisse Zeit vom Tisch sein. Zugegeben ist dieser Vorstoß der Bundesbank auf den ersten sogar Blick als löblich einzuordnen. Bei aktueller Informationspolitik und dem dazugehörigen Wahrheitsgehalt sollte man jedoch nicht sonderlich viel darauf setzen.

Schließlich lagert der größte Teil unseres Goldes nach wie vor bereits mehrere Jahrzehnte in einer noch absurderen Märchenrepublik.

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