(nh) Wenn
heute in den Nachrichten von der Energiewende die Rede ist, und das wird bis
zur Bundestagswahl im September wohl noch öfter der Fall sein, dann meist nur in
Verbindung mit der (Un)-Bezahlbarkeit der erneuerbaren Energien bzw. mit
steigenden Strompreisen. Weiter wird darüber diskutiert, welche Partei zuerst den
Netzausbau verschlafen hat, oder welcher Politiker als ganz besonders unfähig
gilt die BRD auf "grün" zu trimmen. Ein Bild, welches ein so großes
und generationenübergreifendes Projekt in dieser Form wirklich nicht verdient
hat.
Alternativen
In
den Medien wird so gut wie überhaupt nicht über mögliche Alternativen
berichtet. Es gibt ja wichtigeres - Frauenquote Hin oder Her - wenn wir mit
unserem Energie- und Umweltkonzept so weitermachen, stellt sich diese
Quotenfrage in ein paar Jahrzehnten ja sowieso gar nicht mehr.
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| Foto: nachhaltigleben.de |
Wie
wäre es, wenn wir mit dem ganzen CO2,
welches unsere Kraftwerke mit Freude in die Umgebung entlassen, einfach unsere
Autos auftanken würden? Unsinn! Völliger
Quatsch!? Zugegeben,
ganz so einfach ist es nicht, der Fachmann spricht hier von photokatalytischer Reduktion des CO2. Was
sich so verquollen anhört, ist einfacher gesagt ein in der Forschung
befindliches Verfahren, welches mit Hilfe von Wasserstoff und einem speziellen
Katalysator Kohlenstoffdioxid (CO2) in Kohlenstoffmonoxid (CO)
umwandelt. Aus diesem Kohlenstoffmonoxid lassen sich dann wiederum durch
Kombination mit Wasserstoff, welcher vergleichsweise unproblematisch und billig
durch Elektrolyse gewonnen werden kann, Methanol, Ethanol sowie Diesel, Benzin
oder Kerosin gewinnen.
Ein
Verfahren also, das bei Gelingen auf Jahrzehnte den konventionellen Sprit aus
Erdöl und den ethisch fragwürdigen Sprit aus Getreide ersetzen könnte und dazu
noch zu einer durchaus beachtlichen Reduktion von CO2-Emissionen
führt, ist dem deutschen Staat gerade einmal 1,18 Mio. EUR an Fördermitteln wert
(In etwa dem Monatsgehalt eines VW-Chefs entsprechend). Eine Diskussion über
eine (neu)-Verteilung von Forschungsgeldern käme wohl in einem Wahlkampf nicht
so gut an. Dann doch lieber Papstwahl und Bankenrettung.
Natürlich
stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit, der Effizienz, der Praktikabilität.
Aber vor 20 Jahren galten auch PV-Anlagen auf Dächern als wahnsinnige,
ineffiziente Spielereien für wohlhabende Ökofreaks. Noch ist kein Meister und
auch kein Perpetuum Mobile vom Himmel gefallen. Aber ein Anfang müsste doch mal gemacht werden. Es
würde dem ganzen breitgetretenen "Dialog" rund um die Energiewende
nicht schaden, auch mal auf vergleichsweise kleine Projekte aufmerksam zu
machen.
Der Druck einer informierten Öffentlichkeit
hat sich bisher noch immer bewährt.

Unter dem Aspekt, CO2 mit dieser Technologie in Kraftstoff zu verwandeln, halte ich diesen Ansatzpunkt für interessant.
AntwortenLöschenAber bitte nicht mit der Begründung, dass CO2 das Klima schädigt! Von diesem Märchen müssten in einer aufgeschlossenen und gut informierten Leserschaft wie in der MR mittlerweile die meisten geheilt sein.
Danke für den Kommentar. Natürlich ist CO² nicht der klassische Klimakiller, wie allgemein beschrieben. Mehr darüber gibt es bei uns auch schon zu lesen, und zwar hier:
AntwortenLöschenhttp://www.maerchenrepublik.net/2012/04/donnerstag-05.html
Ich denke es geht nicht primär darum dass CO2 per se immer das Klima schädigt, aber Treibhausgase sind so oder so schlecht für die Umwelt, egal ob fürs Klima oder den Boden. Darum wären auch Methoden die eine CO2-Neutraltiät zu akzeptablen wirtschaflichen Bedingungen herbeiführen können doch durchaus erstrebenswert.
AntwortenLöschenAuf Forschungsgelder wartet man lange... wäre es nicht ein versuch wert über crowdfonding eine aktion zu starten um zumindest Teilerfolge vorweisen zu können?
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