Samstag, 16. März 2013

Die Sonne im Tank - Wie CO² zu Kraftstoff werden kann


(nh) Wenn heute in den Nachrichten von der Energiewende die Rede ist, und das wird bis zur Bundestagswahl im September wohl noch öfter der Fall sein, dann meist nur in Verbindung mit der (Un)-Bezahlbarkeit der erneuerbaren Energien bzw. mit steigenden Strompreisen. Weiter wird darüber diskutiert, welche Partei zuerst den Netzausbau verschlafen hat, oder welcher Politiker als ganz besonders unfähig gilt die BRD auf "grün" zu trimmen. Ein Bild, welches ein so großes und generationenübergreifendes Projekt in dieser Form wirklich nicht verdient hat.

Alternativen
In den Medien wird so gut wie überhaupt nicht über mögliche Alternativen berichtet. Es gibt ja wichtigeres - Frauenquote Hin oder Her - wenn wir mit unserem Energie- und Umweltkonzept so weitermachen, stellt sich diese Quotenfrage in ein paar Jahrzehnten ja sowieso gar nicht mehr.

Foto: nachhaltigleben.de
Wie wäre es, wenn wir mit  dem ganzen CO2, welches unsere Kraftwerke mit Freude in die Umgebung entlassen, einfach unsere Autos auftanken würden? Unsinn! Völliger Quatsch!? Zugegeben, ganz so einfach ist es nicht, der Fachmann spricht hier von photokatalytischer Reduktion des CO2. Was sich so verquollen anhört, ist einfacher gesagt ein in der Forschung befindliches Verfahren, welches mit Hilfe von Wasserstoff und einem speziellen Katalysator Kohlenstoffdioxid (CO2) in Kohlenstoffmonoxid (CO) umwandelt. Aus diesem Kohlenstoffmonoxid lassen sich dann wiederum durch Kombination mit Wasserstoff, welcher vergleichsweise unproblematisch und billig durch Elektrolyse gewonnen werden kann, Methanol, Ethanol sowie Diesel, Benzin oder Kerosin gewinnen.

Ein Verfahren also, das bei Gelingen auf Jahrzehnte den konventionellen Sprit aus Erdöl und den ethisch fragwürdigen Sprit aus Getreide ersetzen könnte und dazu noch zu einer durchaus beachtlichen Reduktion von CO2-Emissionen führt, ist dem deutschen Staat gerade einmal 1,18 Mio. EUR an Fördermitteln wert (In etwa dem Monatsgehalt eines VW-Chefs entsprechend). Eine Diskussion über eine (neu)-Verteilung von Forschungsgeldern käme wohl in einem Wahlkampf nicht so gut an. Dann doch lieber Papstwahl und Bankenrettung.

Natürlich stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit, der Effizienz, der Praktikabilität. Aber vor 20 Jahren galten auch PV-Anlagen auf Dächern als wahnsinnige, ineffiziente Spielereien für wohlhabende Ökofreaks. Noch ist kein Meister und auch kein Perpetuum Mobile vom Himmel gefallen. Aber ein Anfang müsste doch mal gemacht werden. Es würde dem ganzen breitgetretenen "Dialog" rund um die Energiewende nicht schaden, auch mal auf vergleichsweise kleine Projekte aufmerksam zu machen. 

Der Druck  einer informierten Öffentlichkeit hat sich bisher noch immer bewährt.

4 Kommentare:

  1. Unter dem Aspekt, CO2 mit dieser Technologie in Kraftstoff zu verwandeln, halte ich diesen Ansatzpunkt für interessant.

    Aber bitte nicht mit der Begründung, dass CO2 das Klima schädigt! Von diesem Märchen müssten in einer aufgeschlossenen und gut informierten Leserschaft wie in der MR mittlerweile die meisten geheilt sein.

    AntwortenLöschen
  2. Märchenrepublik16. März 2013 um 15:10

    Danke für den Kommentar. Natürlich ist CO² nicht der klassische Klimakiller, wie allgemein beschrieben. Mehr darüber gibt es bei uns auch schon zu lesen, und zwar hier:

    http://www.maerchenrepublik.net/2012/04/donnerstag-05.html

    AntwortenLöschen
  3. Ich denke es geht nicht primär darum dass CO2 per se immer das Klima schädigt, aber Treibhausgase sind so oder so schlecht für die Umwelt, egal ob fürs Klima oder den Boden. Darum wären auch Methoden die eine CO2-Neutraltiät zu akzeptablen wirtschaflichen Bedingungen herbeiführen können doch durchaus erstrebenswert.

    AntwortenLöschen
  4. Auf Forschungsgelder wartet man lange... wäre es nicht ein versuch wert über crowdfonding eine aktion zu starten um zumindest Teilerfolge vorweisen zu können?

    AntwortenLöschen