Zu erwähnen gilt, dass bei diesem
Treffen nicht einmal über ein mögliches Endlager und dessen verantwortungsvolle
Erschließung und Führung gesprochen wurde. Nein, es war ausschließlich über die
Methoden und Regeln zur Findung eines Endlagers die Rede, wodurch dann bis
spätestens 2031 das Suchverfahren abgeschlossen werden kann. Ein halbes Jahrhundert nach Gorleben..
Chronologie zuverlässiger Inkonsequenz
Wir erinnern uns: 1982 begann der Bau des Zwischenlagers in
Gorleben unter großem Protest und schon zwei Jahre später wurde der Erste,
leicht-radioaktive Müll zur Zwischenlagerung "abgeworfen". 1995 folgte dann der Erste ‚Castorinhalt‘
mit stark strahlenden Erzeugnissen. Im Jahr 2000 wurde über den Salzstock dann ein zehnjähriges Moratorium verhängt und sämtliche weitere Erkundungen unterbrochen, damit genügend Zeit bleibt über die Zukunft von Gorleben entscheiden zu können. Der ehemalige Umweltminister
Norbert Röttgen hob anschließend im Jahre 2010
das Moratorium sowie den Erkundungsstop mit dem Hinweis auf, dass bis zu einer
endgültigen Entscheidung 20 bis 25 Jahre vergehen könnten. Nach der Pleite
Röttgens bei der Landtagswahl 2012
und seiner Abdankung als Umweltminister trat Peter Altmaier an seine Stelle
und erneuerte den Erkundungsstop bis zur anstehenden Bundestagswahl im
September.
Aufgeschoben oder aufgehoben?
Weiter gab Altmaier bekannt, eine
Enquete-Kommission für die Endlagersuche einzurichten, die sich bis 2015 mit den notwendigen Kriterien für
die Zielfindung befassen wird. Von Seiten der Politik wird keine potenzielle
Endlagermöglichkeit von vornherein ausgeschlossen. Da im Endlagersuchgesetz keine
konkreten Angaben zu möglichen Standorten gemacht werden, lässt sich diese
Frage lediglich anhand des zur Verfügung stehenden Finanzvolumens ableiten, sodass
bis zu fünf Standorte in Betracht gezogen werden können. Laut Gesetzentwurf sind
pro Standort 100 Mio. Euro eingeplant. Für zwei weitere ‚Erkundungsbergwerke‘
sollen jeweils sogar eine halbe Milliarde Euro veranschlagt werden.
Der Lobbyverband der
Atomindustrie sieht KEINE rechtliche Grundlage gegeben, sich an den Mehrkosten
für alternative Standorte zu beteiligen, und hält am Salzstock Gorleben fest.
Die aktuellen Gespräche sollten indes natürlich nicht
zu stark gewichtet werden, da es in der politischen Landschaft üblich ist, zum
Ende einer Legislaturperiode große Umstrukturierungen und Gesetzesänderungen in
Sachen Endlagersuche einzureichen. Damit
wäre das Thema dann nach September auch wieder für vier weitere Jahre vom Tisch.
- Altmaier selbst als Endlager? [Satire]
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