Freitag, 14. Juni 2013

Afrika – Prestigeobjekt Wasser

(nh) Zwischen den aktuellen Meldungen über Krawalle und Proteste in der Türkei, sowie den seit dem arabischen Frühling schwelenden Konflikten an den afrikanischen Mittelmeeranrainerstaaten, entzieht sich ein Konflikt in dieser Region geschickt der medialen Öffentlichkeit.


Seit einiger Zeit spitz sich die Lage in Afrika zu. Jedoch anders als man es erwarten würde. Ein Disput zwischen zwei Ländern, die nicht einmal eine gemeinsame Grenze teilen, droht zu eskalieren. Die Rede ist von Ägypten und Äthiopien. Das einzige, was diese beiden Länder indirekt miteinander verbindet, ist der Nil. Der Weiße Nil (der in Zentralafrika entspringt) und der Blaue Nil aus Äthiopien, bilden zusammen den Nil-Fluss, der durch Ägypten in das Mittelmeer mündet. Dieser Fluss ist die einzige Süßwasserquelle Ägyptens. Ohne das Wasser des Nils, wäre dort weder Landwirtschaft noch Viehzucht möglich.

Der blaue Nil aus Äthiopien versorgt Ägypten mit Wasser und fruchtbaren Boden. Diese geologische Begebenheit ist jedoch nun in Gefahr! Äthiopien plant nämlich einen Staudamm zu errichten. Die Regierung in Kairo sorgt sich nun dementsprechend um die daraus resultierenden Änderungen der Flussströmungen im Sudan sowie im eigenen Land. Ägypten gab bekannt, dass sie dieses Unterfangen nicht tatenlos mit ansehen würden.

Reaktion aus Kairo
Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi teilte in einer TV-Ansprache mit, dass „alle Optionen“ in Bezug auf die äthiopischen Pläne auf dem Tisch liegen. Was wohl auch einen militärischen Einsatz nicht ausschließt. Zwar betonte Mursi, dass dies keine Kriegsandrohung sei, jedoch werde sein Land keine Umleitung des Nils dulden. Die ägyptische Regierung behauptete gleichzeitig, von den äthiopischen Plänen überrumpelt worden zu sein.

Das knapp fünf Milliarden US-Dollar umfassende Damm-Projekt, mit einer Leistung von 6.000 Megawatt (ca. 3 AKWs) soll schnellstmöglich umgesetzt werden. Die Verträge in denen vereinbart wurde, dass die Mehrheit des Nilwassers dem Sudan und Ägypten gehöre, stammen indes aus der Kolonialzeit und sind nach Ansicht der äthiopischen Regierung veraltet – Ergo somit nicht mehr gültig.

Es bleibt abzuwarten, ob in diesem Zusammenhang ein diplomatischer Konsens gefunden werden kann.

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