(nh) Zwischen
den aktuellen Meldungen über Krawalle und Proteste in der Türkei, sowie den
seit dem arabischen Frühling schwelenden Konflikten an den afrikanischen
Mittelmeeranrainerstaaten, entzieht sich ein Konflikt in dieser Region
geschickt der medialen Öffentlichkeit.
Seit
einiger Zeit spitz sich die Lage in Afrika zu. Jedoch anders als man es
erwarten würde. Ein Disput zwischen zwei Ländern, die nicht einmal eine
gemeinsame Grenze teilen, droht zu eskalieren. Die Rede ist von Ägypten und
Äthiopien. Das einzige, was diese beiden Länder indirekt miteinander verbindet,
ist der Nil. Der Weiße Nil (der in Zentralafrika entspringt) und der Blaue Nil
aus Äthiopien, bilden zusammen den Nil-Fluss, der durch Ägypten in das
Mittelmeer mündet. Dieser Fluss ist die einzige Süßwasserquelle Ägyptens. Ohne
das Wasser des Nils, wäre dort weder Landwirtschaft noch Viehzucht möglich.
Der blaue
Nil aus Äthiopien versorgt Ägypten mit Wasser und fruchtbaren Boden. Diese
geologische Begebenheit ist jedoch nun in Gefahr! Äthiopien plant nämlich einen
Staudamm zu errichten. Die Regierung in Kairo sorgt sich nun dementsprechend um
die daraus resultierenden Änderungen der Flussströmungen im Sudan sowie im
eigenen Land. Ägypten gab bekannt, dass sie dieses Unterfangen nicht tatenlos
mit ansehen würden.
Reaktion aus Kairo
Der ägyptische
Präsident Mohammed Mursi teilte in einer TV-Ansprache mit, dass „alle Optionen“
in Bezug auf die äthiopischen Pläne auf dem Tisch liegen. Was wohl auch einen
militärischen Einsatz nicht ausschließt. Zwar betonte Mursi, dass dies keine
Kriegsandrohung sei, jedoch werde sein Land keine Umleitung des Nils dulden. Die
ägyptische Regierung behauptete gleichzeitig, von den äthiopischen Plänen überrumpelt
worden zu sein.
Das knapp
fünf Milliarden US-Dollar umfassende Damm-Projekt, mit einer Leistung von 6.000
Megawatt (ca. 3 AKWs) soll schnellstmöglich umgesetzt werden. Die Verträge in
denen vereinbart wurde, dass die Mehrheit des Nilwassers dem Sudan und Ägypten
gehöre, stammen indes aus der Kolonialzeit und sind nach Ansicht der äthiopischen
Regierung veraltet – Ergo somit nicht mehr gültig.
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