Dienstag, 16. Juli 2013

Bushido und das doppelte Spiel der Medien

von Justus Ehrmann

Es ist schon ein Jammer, wie oft man sich Informationen bzw. Nachrichten über Anis Mohamed Youssef Ferchichi, besser bekannt als "Bushido anhören muss. Mal beleidigt der gebürtige Berliner und selbsternannte "Gangstarapper" Frauen, mal diskriminiert er Schwule. Neuerdings droht Bushido bekannten Politikern in seinen Musikvideos gar mit Mord. Dass so jemand eine öffentliche Auszeichnung wie den Integrations-Bambi nicht verdienen kann, soll nicht Teil dieser Niederschrift sein. Viel mehr, warum Bushido lediglich das medial gepushte Spiegelbild kommender Generationen darstellt.

Eine neue Ebene der Echauffierung scheint erreicht. Anzeigen von Politikern flattern ins Haus, das neue Video bei Youtube ist gesperrt. Hat die Skandalnudel den Bogen jetzt etwa überspannt? Gewiss nicht. Warum? Weil Bushidos Marketingsstrategie im Kern genau auf solche Ereignisse abzielt. Klatsch und Tratsch zieht beim (vor allem jungen) Publikum. Erst echter Ärger macht eine wirklichen "Gangstarapper" aus. Und jener beginnt auf dieser Seite des Atlantiks bekanntlich bereits ohne Kugelhagel.

"Jojo-Berichterstattung"
Einen Haken gibt es da nur. Echte "Gangsatrapper" haben zu Hause doch eigentlich keinen Bambi im Schrank? Womit wir beim Punkt währen. Es ist eine Schande, wie die Mainstreammedien diesem Aufmerksamkeitsparasit seit Jahren eine Plattform geben. Und das auch noch via Flummieffekt: Nach einem Prozess wegen Körperverletzung schlachteten viele Magazine, Tageszeitungen und natürlich auch TV-Anstalten Bushido-Skandale in Dauerschleife aus und verhalfen diesem dabei erfolgreich bei der Vermarktung seiner "Gegen Kaution" -Tour im Jahr 2005. Trotz gewaltverherrlichenden Texten wurde dann jedoch z.B. für sein Engagement gegen Gewalt an Schulen im Jahr 2006 medial stark gewürdigt. 

Bild: Marian Kamensky
Als Bushido dann ein Rehlein für gute Einbürgerung erhielt, war von Gut bis Böse einmal mehr viel zu lesen - Was zählt, ist das Echo. Und das, ist enorm. Wie auch dieses mal: Bushido profitiert auf ganzer Linie vom künstlichen Hype, vor allem finanziell. Doch warum darf dieser Mann etwas, wofür jeder andere "Künstler" sofort zensiert, indiziert oder gar bestraft wird? Rechte Bands, linke Gruppierungen, frauen- oder schwulenfeindliche Bewegungen. Alles akribisch überwachte und streng verfolgte Auswüchse, mit denen sich der Wohlfahrtsknabe aus Tempelhof sicher messen kann. Ihm jedoch gewährt man Freiraum. Warum? Eventuelle weil er CDU-Freund ist? Schon merkwürdig, dass Politiker sämtlicher Parteien, ausgenommen der Union, ihr Fett wegbekommen. Soll sich das wirklich nur in einem einwöchigen Praktikum begründen?

Ein Teil der kommenden Generation wird in der Jugend u.a. von Bushido indirekt geprägt. Das Kuriose dabei: Man kann ihm eigentlich überhaupt keinen Vorwurf machen. Die meisten Menschen würden eine mangelnde künstlerische Begabung ebenfalls versuchen zu kompensieren, wenn dabei viele Millionen Euro rausspringen. Diese gehen den Mainstreammedien in Sommerlöchern bekanntlich flöten..

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9 Kommentare:

  1. Und auch Märchenrepublik geht auf diesen Hype ein -.-

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    1. Bzw. begründet oder verurteilt diesen Hype - Definitiv Ansichtssache!

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  2. Die kommende Generation wird ganz sicherlich nicht von Bushido geprägt werden. Was für eine lächerliche Behauptung.

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  3. gut begründet diese these ;)

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  4. Wundert es irgend jemanden das Bushido eine Generation prägt???
    Jeder sucht für sich sein Ideal...sei es Angela Merkel oder meinetwegen Bushido...man könnte tausende von Beispielen bringen...ich finde es viel schlimmer das jeder sucht und keiner findet...obwohl wir alle doch in irgendeiner Form das gleiche suchen...Anerkennung...und Achtung...Liebe ist auch ein wesentlicher Bestandteil...jeder sucht sich seine Wahrheit...unabhängig davon das es keine allgemein gültige Wahrheit gibt...Morton Rhue hat es damals meiner Meinung nach ganz deutlich auf den Punkt gebracht...ich hab das Buch in den 80 er Jahren gelesen...verfilmt wurde es später unter dem Namen " Die Welle "...und wir Menschen schwimmen nun mal gerne...bis uns das Wasser bis zum Hals steht...

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  5. er soll einfach mal was über Juden oder Moslems singen..
    da ist dann auf einmal alles nicht mehr erlaubt

    obwohls dasselbe dann ist

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  6. Dumpfbacke bleibt Dumpfbacke.

    Dieser Bullshito darf sich von mir aus gehackt legen.

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  7. Beim barte des Proleten...

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