Mittwoch, 11. April 2012

Jemand hat etwas gesagt..

(ph) ..und dann auch noch in Vers-Form. Schön eigentlich, dass es noch Ausnahmen gibt, die dem Land der Dichter und Denker gerecht werden. Der einzige Deutsche, der für sein Lebenswerk den Literaturnobelpreis erhielt, hat sich seine "letzte Tinte" nun also für ein politisches Thema der Zeit aufgehoben.

Zugegeben, Günter Grass’ Gedicht ist forsch, direkt und sicherlich auch inhaltlich zu diskutieren, doch nicht der (grundlegend korrekte) Inhalt ist das, was mich mal wieder abschreckt, sondern die Lawine, welche folgte.

Grass wird von unseren Medien binnen 48 Stunden als Antisemit und (EX)-Nazi abgestempelt.
Dies beweist nur einmal mehr, welche ultimative Täterrolle wir fast 70 Jahre nach Kriegsende anscheinend immer noch "zu haben haben".

Fakt ist jedoch: 
Einem Volk indirekt zu verbieten ein anderes direkt zu kritisieren: DAS ist antisemitisch!


Einen Literaturnobelpreisträger anschließend mittels Kurzschlussreaktion zur „Persona non grata“ zu erklären, ist in meinen Augen ebenfalls ein Armutszeugnis. Aber der Israelische Verteidigungsminister, bzw. CIA-Außendienstler Barak wird schon seine Gründe dafür haben, Herr Grass auszusperren.
Dieser könnte ja z.B. das Volk verhetzen oder gar Terrorpläne schmieden.

Das die ganze Diskussion um die „Existenzbedrohung“ Israels generell lediglich eine Hollywood-Show ist, brauche ich eigentlich gar nicht zu erwähnen. Ich tue es trotzdem.

Als Spielball sowie Nah-Ost-Hauptstützpunkt der Vereinigten Staaten bleibt Israel gar nichts anderes übrig, als den Regieanweisungen aus Washington Folge zu leisten. Die ganze Geschichte um eine nukleare Bedrohung, die angeblich vom Iran ausgeht, führt für mich absolut „Ab Absurdum“.
Als käme „Maulheld“ Ahmadinedschad auch nur auf die Idee, Israel ernsthaft zu attackieren, oder gar nuklear zu verseuchen. Spätestens 48 Std. später lägen große Teile seines eigenen Landes in Schutt und Asche.
Den Rest nennt man Rohstoff-Gebiete..

Ergo spielt die „einzige Demokratie im nahen Osten“, die im übrigen schon Jahrzehnte eine Besatzungsmacht ist, in diesem, mittlerweile bekannten Schauspiel, mal wieder nur den Köder für die Angloamerikanischen Imperialisten, deren nächstes Ziel, der Iran, immer näher zu rücken scheint.
Sie können sich ja, so ganz salopp argumentiert, auf einer Karte einfach mal die Lage von Afganisthan und dem Irak ansehen.
Was da als nächstes kommt, liegt auf der Hand.

Und hierzulande? Versucht der Staat mittels GEZ-Mafia, Günter Grass in einem Interview durch absolut verallgemeinerte Fragen bloßzustellen.
Tom Burow glänzt dabei in seiner Rolle als Pressesprecher der Massenmedien. Dabei lässt er keinen, typischen journalistischen Fehltritt des 21. Jahrhunderts aus.
So versucht Burow beispielsweise, die Besatzungspolitik Israels mit der vorhandenen Terrorgefahr durch die Palästinenser zu rechtfertigen.
Im weiteren Verlauf bescheinigt er Herr Grass „Besessenheit“ und fragt am Ende sogar direkt, ob Grass Israel auf eine Stufe mit dem Iran und Nordkorea stellt.
„Schurkenstaaten“ seien das ja alles, ohne „Demokratie“ und generell eigentlich maximal neutral zu bewerten, auf keinen Fall positiv – eher im Gegenteil.

Aber was sind WIR dann?

Gemäß dem Vorbild unseres „Big Brothers“ USA, ist die BRD mittlerweile zum drittgrößten(!) Waffenexporteur der Welt geworden und unterstützt damit die grausamsten Konflikte in der ganzen Welt.

Das schlimmste in diesem Fall ist aber wie ich finde, dass Tom Burow überaus häufig eine überdurchschnittlich adäquate journalistische Fähigkeit bescheinigt wird – vielleicht sogar teilweise zu Recht.
Aber welche Rolle spielt das, wenn man bedenkt, dass Goethes Faust auch ein überdurchschnittlicher Wissenschaftler war und seine Seele..

Schön - Das Günter Grass seiner Linie treu blieb - und bleibt; und am Ende sogar noch zum Rundumschlag gegen die Massenmedien ausholen konnte (durfte).

Eventuell hat er damit ja sogar einen Bruchteil des deutschen Durchschnitts-TV-Zuschauers, zumindest kurzzeitig erreicht.



Eine insgesamt ziemlich abschreckende Geschichte, diese Diffamierung eines Intellektuellen.
Zur Abwechslung also noch 2 Storys zum schmunzeln:

„Jido Fister Filly“ wurde im Sudan mal wieder namentlich in der Zeitung erwähnt und dabei erneut harsch kritisiert.
Darüber kann man, wie über alles eigentlich, sicherlich streiten. Ein Außenminister, der einem muslimischen Land indirekt (s)eine homosexuelle Lebensform auf-oktroiert, sollte sich über eine (zugegebenermaßen witzige) Verunglimpfung seines Namens aber nicht wundern.







Und noch zum Sport: Real Madrid hat nach 82 Jahren sein Logo geändert. Der Grund – natürlich Geld. 5 von 8 Halbfinalisten in den beiden großen Europäischen Fußball-Wettbewerben Champions- und Europa-League“ kommen aus Spanien. Gründe: Neben der guten Jugendarbeit, vor allem die Schuldenberge in Milliardenhöhe, die man in den letzten 20 Jahren erwirtschaftete. Somit wird mal eben eine uralte Tradition über den Haufen geworfen, um den Wünschen von Investoren aus Nahost gerecht zu werden. Und da die nun mal keine Kreuze mögen..Der „Traditionsclub“ FC Barcelona veranlasste ähnliches übrigens bereits im vorigen Jahr. Die beiden zur Zeit stärksten Fußballclubs der Welt tun also alles dafür, weiterhin über den eigenen ökonomischen Verhältnissen zu spielen.

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