„Heute ist ein guter Tag für alle Arbeitslosen“, so Peter
Hartz, Mitbegründer der Hartz IV-Reformen im Jahre 2003. Neun Jahre später stellte sich diese Aussage einmal mehr als Märchen heraus.
So kamen dieser Tage Einzelheiten des vierten Armutsberichtes der Bundesregierung zum Vorschein. Schnell stand für CDU/CSU und FDP fest, diesen Director's-Cut noch etwas zu frisieren, sodass selbst die Aussagen von Peter Hartz durch das Regierungs-Update wieder an
Wahrheitsgehalt gewinnen. Allgemeiner Tonus des neuen Armutszeugnisses: Die Armen in Deutschland haben heute generell bessere Chancen. Fakt ist jedoch, dass die Armut aktuell EU-weit nur in
Bulgarien und Rumänien schneller wächst, als in der Bundesrepublik. Dementsprechend
schrumpften die inflationsbereinigten Reallöhne der Deutschen in den
vergangenen 10 Jahren deutlich. Im ersten Entwurf des Berichts war
diesbezüglich noch folgender Satz zu lesen:
"Die Bundesregierung prüft, wie weiteres persönliches und
finanzielles freiwilliges Engagement Vermögender in Deutschland
für das
Gemeinwohl eingeworben werden kann"
Bei der Überprüfung des Entwurfs kam unsere Regierung wie angesprochen jedoch nun zu dem Ergebnis, dass die gewählten Formulierungen etwas unpassend wirken.
So wurde u.a. dieser Satz kurzerhand gestrichen. Der Inhalt des Berichts sei einfach
„nicht ressortabgestimmt“, wie Bundeswirtschaftsminister Rösler verlauten ließ.
Oder anders – Das aktuelle Armutszeugnis der BRD muss bis zu seiner
Veröffentlichung im Frühjahr 2013 noch massiv „Schöngeredet- bzw. geschrieben“
werden.
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| Foto: FAZ |
Zu weiteren Fakten: Die Kluft zwischen Arm und Reich nimmt
kontinuierlich zu. So besaß das reichste Zehntel der Deutschen im Jahr 2008
bereits weit mehr als die Hälfte des Vermögens. Das Ärmste kann wiederum Brutto nur noch auf einen Prozent zurückgreifen, Netto sind die betreffenden Menschen sogar tief
verschuldet (Siehe Einkommensverteilung rechts). Wer glaubt, für
diese Verwerfungen sei nur unser Finanzsystem verantwortlich, der irrt sich. Denn auch
die Regierungen der vergangenen 15 Jahre taten einiges, um die „Eliten“
unseres Landes zu bevorzugen.
So gab es in der Vergangenheit z.B. folgende Veränderungen in
der Steuerpolitik Deutschlands: Die Vermögenssteuer wurde unter Helmut
Kohl kurzerhand abgeschafft. Das Model der Erbschaftssteuer für Unternehmen
änderte sich so weit, dass es im Prinzip fast komplett wegfiel. Als
einschneidenste Maßnahme ist jedoch die Abgeltungssteuer der Merkel-Regierung
zu nennen. Diese besagt, dass Kapitaleinkünfte, also Zinsen für die
man keinen Finger krumm machen muss, nur mit 25% besteuert werden, während jeder
Bürger der wirkliche Arbeit verrichtet, diese meist mit mehr als 40% besteuern
muss. Die 19-jährige Erbin wird immer reicher, während der Rest sich für Zins
und Zinseszins totschufftet.
„Jedoch alles halb so wild“. Befristete Stellen, Leiharbeit und
Mini-Jobs für einen Euro haben nach Meinung der Bundesregierung ihren Soll
erfüllt. Die Arbeitslosigkeit sei so stark gesunken, wie selten zuvor, trotz
Krise. Den Fakt, dass die Zahl der Menschen, die nicht ausschließlich von ihrer
Tätigkeit leben können, rapide anstieg, sprachen natürlich nicht mal die in diesem Thema "so kritischen" Main-Stream-Medien an. Hauptsache die Beschäftigung steigt, ob nur auf dem
Papier oder nicht, spielt keine Rolle - "Gemachte Armut".

nehmen wir mal "arm & reich" beiseite und betrachten die Gesamtsituation in D nur mal mit einem "normalen" Gerechtigkeits-Sinn (falls es noch Menschen geben sollte die über soetwas verfügen) - ich könnte diese Regierung im wahrsten Sinne des Wortes ankotzen für die Abartigkeiten die sie täglich produzieren..!!
AntwortenLöschendie Leute müssen wieder auf die Straßen, genau "so" wie ´89 in der DDR - Veränderungen können nur durch Druck und der breiten Masse kommen, alles andere ist - wie man es die letzten 30 Jahre gesehen hat - NUR ein kaputt-reden der Dinge, und die Profiteure, die sich mit den dadurch erwirtschafteten Mehreinnahmen aus Steuergeldern und der angestrebten psychologischen Massenverdummung stinkreich verdienen sollten endlich auf den Boden zurückgeholt werden und für ihre Abartigkeiten vor Gericht kommen.. aber das scheint ja auch nur noch ein Traum zu sein, Recht und Unrecht - wer bestimmt darüber..?!?..und wer hat tatsächlich die Kompetenz und die Loyalität gerecht Recht und Unrecht auszusprechen..??
MfG Anton..