Sonntag, 23. Dezember 2012

Kriegslügen - Ein imperialistischer Trend

Von Christian Hildebrandt


Die Schwindelei hört wahrscheinlich nie auf. Vor kurzem berichtete die Zeit in ihrer Onlineausgabe über die bevorstehende Gefahr, dass Syrien Chemiewaffen gegen sein eigenes Volk und gegen Nachbarländer anwenden könne und Obama hebt warnend den rhetorischen Zeigefinger, ganz genau wie (fast) alle seine Vorgänger zuvor. 

"Der Einsatz von chemischen Waffen ist und wäre völlig inakzeptabel", sagte der wiedergewählte Kriegsverbrecher Obama, gegen den, nur so am Rande, seit März ein Amtsenthebungsverfahren angestrebt wird, so hätte es jedenfalls gern der republikanische Abgeordnete Walter Jones aus North Carolina. Jones rief mit der „HCR Resolution 107“ das Repräsentantenhaus und den Senat auf Obama des Amtes zu entheben. Stunden vor Obamas Warnung meinte Noch-US-Außenministerin Hillary Clinton, dass es bereits Pläne gebe, solle die syrische Regierung C-Waffen einsetzen. EU und UN schrauben ihre diplomatische Präsenz in Syrien sicherheitshalber schon mal runter. Natürlich weiß ich nicht, ob Syrien, oder besser Bashar al-Assad, C-Waffen besitzt, und noch weniger weiß ich, ob diese, wenn vorhanden, zum Einsatz kommen sollen. Was ich aber weiß ist, dass wir, jedes mal wenn die USA oder die NATO gerne Krieg spielen möchten, belogen werden. 

Erster Weltkrieg
1915 torpedierten deutsche U-Boote die RMS-Lusitania, was tragischer Weise rund 1200 Opfer forderte. Es hätte allerdings gefragt werden müssen was ein Passagierschiff  unter britischer Flagge trotz aller Warnungen in Gewässern zu suchen hat, von denen ganz genau gewusst wurde, dass sich in ihnen deutsche U-20 (U-Boote) herum treiben.
Bereits im Februar 1913 hatte der Erste Lord der Admiralität (Marineminister) Winston Churchill in einem Schreiben der Cunard Line erklärt, dass sich die von der Admiralität bezahlten Schiffe bald bewähren müssten, denn „der Krieg gegen Deutschland ist sicher – spätestens im September 1914 wird er ausbrechen.“ Es könnte die Vermutung entstehen, dass dieser schlimme Vorfall der damaligen US-Regierung ganz gut in den Kram passte – ähnlich wie ein schwimmendes World Trade Center.
Zweiter Weltkrieg
Die Japaner bombardieren das „Sommer-Spaß-Camp“ des amerikanischen Militärs – Pearl Harbor. Was dem allerdings voraus ging, darüber wurde gern geschwiegen. "Das böse Schlitzauge hat unseren Stützpunkt platt gemacht", natürlich ohne Grund und mit aller erdenklichen Hinterhältigkeit, so die Meinung in den Köpfen der breiten Masse 1941. Und wieder passte es ganz gut in den Kram der Regierung. Amerika mischte einmal mehr mit der Unterstützung des Volkes in einem Weltkrieg mit. Bis heute wirft der Japanische Angriff  eine Reihe ungeklärter Fragen auf, welche natürlich stets als Verschwörungstheorien gebrandmarkt werden.
Vietnamkrieg
Das amerikanische Volk wollte einmal mehr keinen Krieg, vor allem nicht auf dem anderen Ende der Erde. Warum auch? In der Regel will ein Volk (bis auf einige Radikale sowie Profiteure) niemals Krieg. Das gleiche Spiel also von vorn: Die amerikanische Regierung behauptet, dass im Golf von Tonkin im August 1964 ein amerikanisches Kriegsschiff von zwei nordvietnamesischen Schnellboten angegriffen worden sei. Dies veranlasste den damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson zur Tonkin-Resulotion, welche dann am Ende zum Vietnamkrieg führte. Wieder war es ein „glücklicher Zufall“, welcher den Kriegsplänen der Regierung in die Hände spielte.
Erster Irakkrieg
Saddam Hussein wurde als 'zweiter Stalin' verkauft. Dabei hatte er zuvor nichts anderes gemacht, als das falsche Land anzugreifen. Die USA hätten gern gehabt, dass er in den Iran einmarschiert. Doof nur, dass sich die Perser gewährt haben, also ist Hussein lieber in Kuwait eingefallen um dort an Ölquellen zu kommen. Das Land, welches angegriffen werden soll, ist 'leider' nicht einmal für die Amerikaner frei wählbar. Folge natürlich dennoch: Golfkrieg die Erste.
Der Kosovokrieg
1999 kam es zum Kosovokrieg. Eine Auseinandersetzung, die nie ein Mandat vom UN-Sicherheitsrat hatte und deswegen einen illegalen Krieg darstellte. So bombardierte die NATO  den Kosovo folglich ohne Legitimierung und ausgerechnet eine Rot/Grüne Regierung unter Gerhard Schröder war nicht gerade dagegen. „Der Krieg wäre ein Krieg für den Frieden“, so Joschka Fischer damals. Die klassische Allround Erklärung, wenn man keinen vernünftigen Grund finden kann. Dann ereignete sich jedoch im Januar 1999 das Ratschak Massaker. 
Offiziell wurden damals 30 albanische Zivilisten von Serbischen Truppen abgeschlachtet. Nach heutigen Einschätzungen ist es jedoch äußerst Unsicher, was sich damals wirklich ereignet hat. So wird oft vermutet, dass es sich bei den Toten auch um UCK-Kämpfer handeln könnte. 
Unabhängig davon musste man Albanien damals sofort helfen und vor den barbarischen Serben schützen, so die Mediendarstellung zu jener Zeit. Von Russland als illegal verurteilt, wurde schlussendlich der gesamte Kosovo zerbomt. Im Anschluss ergab sich der positive Nebeneffekt, einen weiteren Truppenstützpunkt nahe der ehemals sowjetischen Grenze aufbauen zu können.

Afghanistan und Irak Klappe die Zweite
11. September: Dazu bedarf es eigentlich keiner Worte mehr. Folge jedoch: „Ab nach Afghanistan und wenn wir schon in der Nähe sind, nehmen wir den Irak gleich mit“, so oder so ähnlich waren wahrscheinlich die Gedanken der damalige Bush-Administration. Betrachtet man beide Konflikte im Kontext, kommt man zu einer unfassbaren Statistik: 90% der Opfer sind Zivilisten. Zum vergleich waren es im 2. Weltkrieg 40%, im Ersten dagegen "lediglich" 10%.
Nicht zu vergessen die Legitimation für den zweiten Golfkrieg. Massenvernichtungswaffen. Bis heute nicht gefunden, ist das einzige, was George W. Bush dazu zu sagen hat, Hohn und Spot für all diejenigen, die aufgrund dieser gefälschten Tatsache gestorben sind, Angehörige verloren haben, verwundet wurden oder jetzt auf verstrahltem Boden leben. Vladimir Putin hat übrigens mal gesagt: „Wenn ich die USA gewesen wäre, ich hätte welche (Massenvernichtungswaffen) gefunden.“

Libyen und der böse Diktator
Sicherlich waren Gaddafi, Hussein und Co. keine Heiligen, so lange der Westen jedoch gute Geschäftsbeziehung mit ihnen führen durfte, war alles in Butter. Als der ehemalige Staatschef jedoch etwas unternahm, was dem Westen nicht passte, wurde er kurzerhand zum grausamen Diktator gemacht. Oberst Muammar Gaddafi mag eine sehr exzentrische Erscheinung in den Medien abgegeben haben, aber war er wirklich der grausame Irre, wie es uns der Mainstream Glauben machen wollten? 
Wahrscheinlicher ist, dass dies auch wieder nur eine infame Lüge der NATO-Propaganda war. Zweifellos hat auch Gaddafi schwere Fehler begangen. Als er jedoch z.B. zum „heiligen Krieg“ gegen die Schweiz aufrief und zwei Schweizer Geschäftsleute in Geiselhaft nahm, fand sich außer bei der Intelligence merkwürdigerweise kaum Kritik darüber. Bei allen Fehlern hatte Gaddafi auch positive Aspekte, die es nicht in die Medien schafften. In Libyen gab es unter Gaddafi nur geringfügige Steuern. Strom, Gesundheitswesen und Ausbildung waren kostenlos und Mieten extrem niedrig. Das Land solle nicht nur unverschuldet gewesen sein, es verfüge sogar angeblich über ein Guthaben von zumindest 200 Milliarden Dollar. Gaddafi hatte durch das „Great-Man-Made-River-Projekt“ nicht nur das ganze Land mit Trinkwasser versorgt, sondern auch weite Wüstengegenden fruchtbar gemacht. Und wer sich als Landwirt betätigen wollte, bekam Land und Maschinen vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Sind wir mal ehrlich: Menschenrechte oder Verbrechen am eigenen Volk haben die NATO noch nie interessiert. Über den wahren Grund, warum Gaddafi deinstalliert werden musste, kann man insofern nur spekulieren. Aber das Öl seines Volkes nicht mehr in Dollar zu handeln und den Gold-Dinar einzuführen, waren sicherlich nicht vorteilhaft für Gaddafis Fortbestehen.
Die hier angesprochenen Konflike waren nur die populärsten Kriegshandlungen, die auf Lügen oder inszenierten Ereignissen basieren. Unter dem Strich hat die USA seit Ende des zweiten Weltkrieges ungefähr 100 Militäraktionen in 49 Ländern durchgeführt, wobei die genauen Zahlen schwierig nachzuvollziehen sind.
Der Freitag schrieb: „Dass sich die Bundesregierung den Aufständischen in Libyen verbunden fühlte und heute für die Aufständischen in Syrien viel übrig hat, ist niemandem verborgen geblieben. Ganz anders erging es schiitischen Rebellen im Emirat Bahrain. Als dort im März 2011 Straßenproteste dem herrschenden Chalifa-Clan signalisierten, er solle seine absolute gegen eine konstitutionelle Monarchie tauschen, wurde der Aufstand erst durch Polizeigewalt, anschließend durch eine Panzerbrigade aus Saudi-Arabien erstickt. In Berlin schwieg man beredt. Die Begeisterung für den Arabischen Frühling musste der Sorge um regionale Stabilität weichen. Auch galt ein gewisses Loyalitätsgebot gegenüber dem saudischen Partner, von dessen zupackender Art man sich nur ungern irritieren lässt. Besonders dann nicht, wenn Waffengeschäfte erwogen werden – gelten sie nun dem gepanzerten Exportschlager "Leopard-2" oder wie im Augenblick dem Radpanzer "Boxer", mit dem der Königlichen Garde des islamistischen Staates mehr Schlagkraft verliehen werden könnte. Wo könnte die sich bemerkbar machen? Demnächst in  Riad, falls sich dort eine anti-monarchische Opposition regt? Oder erneut in Bahrain, dessen Arabischer Frühling nicht ein für allemal vorbei sein muss? Selten wusste man in Deutschland besser, wer da wozu und weshalb beliefert werden könnte.“
Fazit: Nicht wirklich neu und auch nicht überraschend, der gute Diktator ist jener, der die Waffen von Deutschland und der USA kauft. Im Idealfall fällt noch ein wenig Öl für uns ab.
Jetzt dreht sich das Rad in Syrien weiter: Es wird behauptet, dass brutale Militäristen auf harmlose Demonstranten schießen, die ja nichts weiter als westliche Demokratie wollen. Es wird weiter behauptet, dass das syrische Regime die Türkei angreift, was unsagbar dämlich von Assad wäre. Assads Armee kommt mit seinen eigenen Rebellen nicht klar, aber soll ein NATO-Mitglied angreifen wollen, was nach Artikel 5 den Bündnisfall auslösen würde, was Erdogan ja auch versucht hat zu erreichen. Kein klar denkender Mensch würde mit der NATO Krieg spielen, es sei denn die NATO selber. 

Der Diktator, der das versucht, könnte auch gleich die Bomben auf sein eigenes Land werfen. Und zu guter Letzt sind es jetzt die Chemischen Waffen. Mal sehen, wann behauptet wird, das Regime unter Assad habe C-Waffen gegen die Bevölkerung eingesetzt, und wann die ersten NATO-Flieger in der Luft sind um dem Volk zu „helfen“, was ja schon zuvor mehrmals super geklappt hat. Anschließend dürfte dann endlich wieder der Iran interessant werden, um den es ja ungewöhnlich still geworden ist.

2 Kommentare:

  1. Ach Quatsch bei Syrien liegst du falsch!!! setz dich mal damit auseinander denn das syrische Regime wird von Hisbullah,Iran ,Russland usw. unterstützt.
    Dies erklärt einiges unter anderem auch warum Türkei angegriffen wird.

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  2. Totaler Unsinn! Die Türkei wurde nicht angegriffen und wird es auch nicht werden. Wie der Autor richtig festgestellt hat, sind keine syrischen Ressourcen dafür vorhanden und strategisch wäre es ein krasser Fehler.

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