Freitag, 11. Januar 2013

Auszüge aus den Reiseerfahrungen von Sancho Panza



Nach einem heutigen, sehr seltenen persönlichen Besuch einer Bank vor Ort will ich folgendes Angebot einer Bankmitarbeiterin am Schalter nicht vorenthalten: (Nur Geduld, auf die anfangs genannten Reiseerlebnisse kommen wir noch zu sprechen!) Diese hat mich auf eine Super-Duper-Exellent-genial-einmalige Aktion ihres Hauses hingewiesen, das derzeit einen einzigartigen Zins von 2% im Jahr bringt! Also immerhin mehr als das Doppelte der Sparbücher vieler Kunden.

Trotzdem wird das Angebot der netten Bankmitarbeiterin die große Masse in die Armut führen. Wie ich zu dieser Behauptung komme? Ganz einfach mit einer banalen Formel: Ausgehend von der von der Allgemeinheit geglaubten Inflationsrate von 2% ergibt sich folgende Rechnung:

Nettorendite 2%, abzüglich Inflation 2% und Steuer 0,5% (=25% Abgeltungssteuer) ergeben...2-2-0,5= -0,5! 

Foto: Wiedenroth
Arbeiten Sie, um am Monatsende noch was draufzuzahlen? Wohl kaum. Solche „Kröten“, die den Bank- und Versicherungskunden vorgesetzt werden, lassen sich offensichtlich einfach schlucken. Allerdings weniger als Folge einer faktischen Überlegung, sondern vielmehr aufgrund eines noch immer vorhandenen Grundvertrauens in den bekannten Banker bzw. zum Bankhaus allgemein. Aber auch wegen dem Misstrauen allem anderen gegenüber. Und da lässt man sein sauer Erspartes dann lieber auf dem Konto verschimmeln. 

Eigentlich eine völlig banale und logische Sichtweise, die man angesichts der Einfachheit gar nicht erwähnen müsste. Diese Logik wurde aber der Bevölkerung während der letzten Jahrzehnte offenbar abtrainiert.  Als Leser dieses Info-Portals ist Ihnen auch dies längst bewusst.

Einige von Ihnen werden sich noch gut erinnern können, wie vor nicht allzu langer Zeit für Festgeld ein Zins von 6-7% bezahlt wurde. Ebenso für Lebensversicherungen. Kaum mehr vorstellbar, oder? Damals war es verständlicher Weise etwas schwierig, den Leuten Sachwertstrategien vorzustellen, nachdem die Ersparnisse ja bereits sicher auf der Bank und noch dazu gut verzinst vor sich hin schlummerten.

Trotzdem hatten auch zu jener Zeit schon gut informierte Zeitgenossen den Schwerpunkt auf produktive Sachwerte gelegt, wie dies seit vielen Generationen der Fall ist. Nun sollte man meinen, dass dann gerade jetzt, in einer „Ära des Kapitalverzehrs“ (sorry, vielleicht ein etwas zu philosophischer Ausdruck, ist mir aber soeben beim Schreiben eingefallen...) die Bevölkerung von den harten Tatsachen wachgerüttelt werden.

Nachdem aber logisches Denken und Kritik an manifestierten Sichtweisen anscheinend nicht mehr „schick“ sind und sich das Dogma der Unfehlbarkeit von irgendwelchen Eliten aus der Finanz- und Politikwelt noch immer zäh über Wasser hält, ist mir der Bezug zu einem Roman aus dem Jahre 1605 in den Sinn gekommen (man sieht, nicht nur unser Geschäftsfeld ist so alt und noch immer gültig, sondern auch kluge Bücher aus jener Zeit…) 

Manche Zeitgenossen leben offensichtlich noch in einer Traumwelt eines Don Quixote de la Mancha und erkennen dies erst spät oder zu spät. Ebenso wie Don Quijote (wie er sich später nannte) liest die Bevölkerung noch immer Ritterromane – anderer Ausdruck für „Mainstream-Medien“ - und ist dann völlig überrascht und perplex, wenn sich die Realität als völlig anders erweist als in der bisherigen Vorstellung.

Die Windmühlen von Don Quijote könnte man in unserer Zeit am besten durch das für die Mehrheit völlig undurchdringliche Dickicht und unheimliche Geflecht der Finanzindustrie veranschaulichen.
Dagegen anzukämpfen bzw. einen Überblick zu bewahren, ist in der Tat mehr als schwierig. Unsere Rolle als Quiijotes Begleiter Sancho Panza wird genau aufgrund der o.g. Dogmen mehr als kompliziert. Trotz ständiger Hinweise auf diese Scheinwelt und die lauernden Gefahren ist die große Masse dem Zauber des Unbekannten und der übermächtigen Finanzmagie nach wie vor erlegen bzw. hat eine Heidenangst davor, die Kompetenz dieser grauen Eminenzen in Frage zu stellen!

Ob letztendlich die meisten heutigen Sparer und Anleger ebenfalls als „Ritter der traurigen Gestalt“ enden und ihre Ersparnisse wie am Schluss des Romans ähnlich Don Quijote auf dem Totenbett ihr letztes Dasein fristen, wird sich zeigen. Sancho Panza in Form der Wohlstandsbildner arbeitet jedenfalls täglich daran, das Fieber rechtzeitig zu kurieren!

Man könnte die Empfehlung an die heutigen Don Qijotes auch folgendermaßen zusammenfassen: Lösen Sie sich rechtzeitig von allen Wertversprechen, die auf Papierfetzen stehen. Befreien Sie sich von dem unerschütterlichen Glauben, ständig davon zu zehren, bevor der innere Wert der Papiere ins Nichts abstürzt. Gemeint sind z.B. Geldscheine, Obligationen, Derivate, Pfandbriefe, Rentenfonds, Staatsanleihen, Lebensversicherungen oder Optionen. Vereinfachen Sie Ihre Vermögenslage soweit, dass sie überschaubar und transparent wird. 

Damit sind Sie letztendlich wesentlich schlauer als unsere Romanfigur: Sie kämpfen dann nicht gegen die Windmühlen, sondern lassen diese einfach links liegen!

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