Spannende Gespräche kann/muss ich seit längerem im Alltag in Sachen Rente und Finanzen verfolgen. So auch die häufige Aussage, dass es gar nicht gut bestellt sei um den künftigen Ruhestand, die Erträge der Anlagen immer weniger werden und überhaupt – man könnte derzeit nur noch Verluste einfahren. Natürlich wüsste man, dass die Versicherung, der Sparvertrag immer mehr an Wert verlieren, aber das müsse man halt jetzt überstehen..
Was mich immer wieder fasziniert bzw. schockiert ist die Tatsache, dass viele Bürger also offensichtlich wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzen und zwar die Gefahr für die eigenen Ersparnisse und einen gesicherten Ruhestand erkennen, jedoch keinen Ausweg aus dieser Misere sehen bzw. das Vertrauen in bisher funktionierende Ruhestandsplanungen komplett verloren haben. Die o.g. Aussage der Verluste könnte man auch so veranschaulichen:
„Ich weiß, die (Inflations-/Misswirtschafts-/ Betrugs-)Schlange frisst mich gleich, aber da muss ich jetzt durch…wird schon irgendwie gutgehen!“
Dabei wäre es so einfach, sich mit wenigen Informationen das Wissen von Generationen anzueignen und dann beruhigt der Dinge zu harren, die im Eiltempo auf einen zukommen. Nachfolgend will ich anhand von verschiedenen Beiträgen im öffentlichen Fernsehen bzw. alternativen Quellen auf diese Problematik hinweisen.
Von Rico Albrecht – vielen bekannt aus der Wissensmanufaktur und Geschäftspartner von Andreas Popp – gibt es die interessante Bezeichnung „Kapitalvernichtende Lebensversicherung“, deren Sachverhalte er in verschiedenen Videos dokumentiert hat. Hier eine der kürzeren Versionen, veröffentlicht im „Alpenparla-ment“. Kapitalvernichtende LV. Ein Beitrag von PlusMinus aus dem Jahr 2011, aber immer noch aktuell – ich nenne ihn: Aus 100.000 Euro mach 60.000 Euro
An dieser Stelle denke ich ist eine Beispielrechnung angebracht, um den Irrsinn der Situation zu veranschaulichen. In diesem Fall ein mir bekannter 45-jähriger Kunde, der monatlich 100 Euro einzahlte und in 20 Jahren das Guthaben für seine Rente verwenden will (besser wollte", nachdem er nun die Fakten kennt):
100 Euro/Monatsbeitrag - davon z.B. 30 Euro (30%) Kosten -> 70 Euro Sparanteil "arbeiten" für derzeit 1,75% Zins:
D.h., Monatlich zahlt der Kunde 100 Euro ein, dafür erhält er 70 Euro gutgeschrieben. Bedeutet also, in 20 Jahren würden 24.000 Euro einbezahlt, 20.000 Euro wären bei aktuell 1,75% Garantiezins als Guthaben verfügbar - geniale Altersvorsorge, oder etwa nicht? Nun noch die offiziellen 3% Inflation abgezogen, bleiben von den 24.000 Euro faktisch ca. 13.000 Euro auf dem Kundenkonto bei Rentenbeginn.
Das sollte dann sicher im Alter von 70 Jahren für einen Gebrauchtwagen zur Fahrt zum 400 Euro-Job reichen!
Wenn man jetzt zusätzlich bedenkt, dass die meisten Verträge lange vor Ablauf gekündigt werden, bedeutet dies schlicht und ergreifend: Riesenverluste für die Kunden, Milliardengewinne für die Konzerne! Übrigens: Die oben genannten Kosten i.H. von 30% sind in etwa der Mittelwert bei den LV-Gesellschaften und können in Einzelfällen 60% und mehr betragen!
Mir liegen gekündigte Originalverträge von Kunden aus jüngster Zeit vor (verschiedene Gesellschaften), die dermaßen schlechte Werte aufweisen, dass man damit jedes Gruselkabinett tapezieren könnte (und evtl. sollte)! Sie meinen, es kann nur besser werden? Dann hegen Sie denselben Optimismus wie jene Maus, die sagte: „Es geht aufwärts!“ als die Katze sie die Treppe hinaufgetragen hat.
Aus einem vorliegenden Rürup-Vertrag wird im ersten Schreiben der Gesellschaft auf Stilllegung des Kunden im Jahre 2010 hin ersichtlich, dass dieser aus gesetzlichen Gründen(!) unkündbar sei und die Kosten künftig das Guthaben aufzehren könnten! Kürzlich erhielt der Kunde die freundliche Mitteilung, dass das Guthaben auf Null steht und er den Vertrag nun vernichten könnte! Also, liebe Selbständige und Besser-Verdienende: Schon mal den eigenen Rürup-Vertrag unter die Lupe genommen für den Fall der Fälle? Oder wollen Sie etwa Ihren Vertrag unter diesen Voraussetzungen und Wertentwicklungen um jeden Preis zu Ende führen?
Im Bereich Riester-Rente ist die Situation übrigens noch prekärer, weil bereits heute bekannt ist, dass der Kunde ca. 90 Jahre alt werden muss, um überhaupt einen Ertrag zu erzielen. Im Idealfall – wenn also sämtliche Riester-Voraussetzungen erfüllt sind (also in den wenigsten Fällen), wären durchaus schon mal ein paar Euro Rente ab 70 Jahren möglich. Wohlgemerkt: Das ist der heutige Stand – künftige, zu erwartende negative Wirtschaftszahlen werden dieses Alter vermutlich auf 100+X Jahre erhöhen! Man sollte annehmen, dass dieses Problem einfach zu erkennen ist, wenn das Thema Riester mittlerweile sogar quer durch die Boulevardpresse kritisiert wird und es zig Dokumentationen und Videos dazu gibt. Aber wie anfangs aufgezeigt: Kaninchen können sehr geduldig sein (vor allem dann, wenn die Gehirnwäsche lange genug dauert)!
Anders kann ich mir das Ergebnis der Umfrage vom deutschen Sparkassen- und Giroverband in 2012 nicht erklären! Übrigens: So mancher „Finanzdienstleister“ sollte noch rechtzeitig vor dem Zusammensturz dieser Riester-, LV- (aber auch Immobilien-) Kartenhäuser die Reißleine ziehen. Wenn es zu spät ist, bleibt ihm evtl. nur noch folgende Möglichkeit - am besten im Ausland, weit weg von ehemaligen Kunden: The Job
Leider erst nach Veröffentlichung des Artikels hinzugekommen ist die heutige Info in Welt-Online, die purer Sprengstoff für jede LV sein könnte:
AntwortenLöschen"Enteignung bei Staatsanleihen möglich".
Brisant dabei ist die Tatsache, dass dadurch auch LV-Besitzer voll im Feuer stehen!
https://dl.dropbox.com/u/77766393/Wohlstandsbildner/Enteignung%20bei%20Staatsanleihen.pdf
Wenn man sich etwas informatiert, kann einem Angst und bange werden.
AntwortenLöschenWas sind denn Wege aus dem Dilemma. Und zwar für mich, der seine Alterversorgung absichern will!
Gold, Silber seltene Erden einfach in Rohstoffe gehen, den vor 30 Jahren hast Du für eine Onze Gold das gleiche bekommen wie heute.
AntwortenLöschenhttp://evte.biz/WZ2968