Freitag, 8. Februar 2013

Warum eine Schavan kein Guttenberg sein kann


Foto: Zeit
(nh) An mir als Student, der zwar bald "nur" seinem bisher ersten akademischen Grad entgegentaumelt, geht die schavanische Hetzjagd um die falsch-'verfußnotete' Dissertation der BILDUNGSMINISTERIN (die auch noch zufälligerweise meine direkte Wahlkreisabgeordnete ist - würde ich 'wählen', könnte ich sagen "sowas wähl ich doch nicht") natürlich nicht unbemerkt vorbei. Es wäre ein leichtes, jetzt einen rudimentären Rundumschlag gegen Frau Dr. Schavan und die wohl weit verbreitete wissenschaftliche Nachlässigkeit deutscher Universitäten, sei es Bayreuth oder Düsseldorf, zu tätigen.

Zugegeben, im Jahr der Anfertigung von Frau Schavans Arbeit 1980, mit dem Thema "Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernisse heutiger Gewissensbildung." (Eine epochale Selbstironie in sich) konnte, da nicht wirklich vorhanden, eher weniger auf Wikipedia und Konsorten zurückgegriffen werden. Da hatte es der zurückgegelte bayerische Blaublüter schon deutlich einfacher.

"Sie ist nicht mehr tragbar, Rücktritt jetzt!, geh doch nach Hause,..." so oder so ähnlich tönt es jetzt unisono von der oppositionellen Fraktion, wobei sich auch da der Eine oder Andere zweimal überlegen sollte, ob er mit akademischen Steinen im gläsernen Regierungstheater hantieren möchte.

Was mich viel mehr interessiert als irgendwelche Fußnoten oder vergessene Anführungszeichen - zugegeben bei einer Bildungsministerin tut so etwas gleich doppelt weh -  sind aber diese "Fehlerfüchse"... Menschen, meist unbekannt oder gar anonym, nehmen Jahrzehnte alte Dissertationen unter die Lupe. Unterhaltsamer als jedes Kreuzworträtsel so scheint es.

Eine geniale Idee an und für sich. Aber warum so spät? Und warum verflucht so spärlich?
Mein Vorschlag:


Wir setzen jetzt die Regierungstätigkeit bis zur Bundestagswahl im September aus, groß auffallen wird das sowieso niemandem, und Prüfen alle, ausnahmslos ALLE akademischen Namensverlängerungen der Sitzwärmer in Berlin auf Korrektheit. Vermutlich würden dann am Schluss nur noch mehr Stühle als jetzt unbesetzt ihr Dasein fristen. Und das hätte dann auf Phoenix im Fernsehen wohl einen eher unschönen ästhetischen Effekt. 



Vielleicht haben Dieter Bohlen oder Heidi Klum ja noch Zeit?

3 Kommentare:

  1. Die Aberkennung des Doktorgrades wegen absichtlichem Betrug ist die größte wissenschaftliche Schande und untragbar für eine Bildungsministerin. Und dabei hatte sie selbst gegen Guttenberg gewettert, als dieser wegen selbigem in der Kritik stand. Jeder, der so eine Arbeit mal geschrieben hat, ohne die Regeln zu brechen, der wird Betrug auf dem Gebiet nicht akzeptieren. Es ist gut, dass sich Leute dransetzen und das überprüfen. Das ist jedenfalls meine Meinung dazu.

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  2. Anstatt darauf zu schauen wie die Menschen ihre Titel erreichen ist es viel mehr sinnvoller die Aufmerksamkeit darauf zu richten was sie daraufhin damit anstellen.

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  3. Niemand hat Frau Schavan zu einem Doktortitel gezwungen, den wollte sie aus besonderem Anlass an sich nehmen. Möglicherweise war es ihre Bauernschläue, ohne Abschluss und ohne Beruf einen Doktorgrad erreichen zu können.Dafür hat sie doch enorm von diesem Winkelzug profitiert. Immerhin 30 Jahre ! Das ist ein profitabler Schwindel ! Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

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