(nh/ph) Hartmut Mehdorn. Ein Mann, der jahrelang mit dem
eingebrannten Vornamen "Bahnchef" durch die Presse geisterte. Ein
Mann, der sich durch sein Projekt "Deutsche
Bahn" von unwirtschaftlichen Schienen in hoch-rentable Lüfte über Berlin
erhoben hat, um sich nun anschließend, mit seinen doch schon stattlichen fast-71 Jahren, eher bodenständig um Deutschlands zweitgrößtes Sorgenkind zu kümmern, den Hauptstadtflughafen – Stuttgart 21 ist und bleibt nun mal schwer zu toppen.
Auf einmal ist bei BER also Mehdorn derjenige mit dem
kürzesten - Ich meine Streichholz!
Noch vor kurzem klagte er selbst gegen den Flughafen, da einigen Fliegern seiner Ex-Flotte nicht die richtigen Flugtermine und Landezeiten zugesprochen wurden. Kein Problem, so die übliche Reaktion. Die Wahl von Mehdorn als
neuen BER-Sanierer geht indes mit einer gewissen Ironie einher. So forderte eben Mehdorn zu seiner Zeit den Erhalt des Flughafens Tempelhof. Des Weiteren waren es doch
zu Bahnzeiten Politikakteure, die seinen Abgang wider Willens im Endeffekt bewirkten. Mit genau solchen Figuren soll der bekennende Berliner nun das Mammutprojekt BER stemmen. Dabei haben sich Wowereit, Platzeck und Co. Deutschlands „Top-Manager Nr. Eins“ nach eigenen Angaben dennoch nicht umsonst in’s Boot geholt: Mehrdorn vollbrachte nämlich das Kunststück, die Deutsche Bahn
von 1,5 Mrd. € operativem Minus auf 2,5 Mrd. € Gewinn zu katapultieren – was zugegeben „zumindest etwas“ an der
Preissteigerung von ca. 35 % gelegen haben dürfte.
Nun beginnen selbstverständlich auch die Debatten über das Gehalt
des neuen BER-Oberfluglotsen. 500.000 € sind im Gespräch, Genaueres wird jedoch natürlich nicht verraten. Vorschlag zur Güte: Wie wäre es mit Rente Herr Mehdorn? Bei allem
notwendigen Respekt, warum müssen sich Menschen, welche auch bei der härtesten
Arbeitszeitverlängerung oder etwa einer Rente mit 67 aufwärts noch müde lächeln, Projekte
mit solchen Ausmaßen aufladen. Erfahrung und Weisheit in allen Ehren. Aber wer
kann den Bürgern versichern, dass bis zur Fertigstellung solcher Großprojekte die
aktuelle Befehlsgewalt noch am Leben, geschweige denn in Amt und Würden ist?
Starten wir doch eine landesweite Ausschreibung - Gesucht
wird: Sachverständiger Ingenieur mit Kenntnis zur qualitativen und
fristgerechten Fertigstellung eines internationalen Flughafens in Stadtnähe.
Arbeitsbeginn ab sofort, nicht älter als 50 Jahre, idealerweise keine Affinität
zum Lobbyismus - Entlohnung nach
Schweizer Standard.
Vielleicht wird aber auch erst dann alles gut, wenn Züge
fliegen können.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen