Mittwoch, 20. März 2013

Staatlicher Rundfunk schweigt Bank-Run Gefahren tot

(ph) Kaum erteilte das zyprische Parlament dem EU-Rettungsvorschlag gestern Abend eine niederschmetternde Abfuhr, da durften Claus Kleber und Tom Buhrow in Ihren Informationssendungen unmittelbar nacheinander darum ringen, wer die negativere Berichterstattung zur Entscheidung der Zypern zu bieten hat.

"Zypern ist doch selbst schuld!"
Um es vorweg zu nehmen, Kleber gewann. Jener durfte den "zyprischen Kritikhagel" nämlich um 21:45 im 'Heute-Journal' eröffnen. Es sei ein "Wahnsinn" oder auch "Selbstmord", was das Parlament auf Zypern da beschlossen hat, so die Kleber-Eröffnung. "Es scheint, als Feiern die Zypern das Ende des eigenen Rettungspaketes", hieß es weiter. Anschließend folgten die üblichen Erklärungen, warum die Pleite einer Mittelmeerinsel mit einem 0,2%-Anteil am EU-BIP eine Kettenreaktion auslösen könnte: Dutzende ausländische Oligarchen, Pardon ich meinte natürlich Investoren, haben die Bankbilanzen im "Steuerparadies" in den letzten Jahrzehnten überverhältnismäßig aufgebläht - Mag sein, dennoch sind jene Banken jetzt Pleite, was nicht zuletzt an einer viel zu starken Währung liegt.

"Ohne eine tragfähige Grundlage können wir nicht über ein Hilfsprogramm verhandeln" so Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble anschließend im Kleber-Interview. "Die Politiker auf Zypern müssen den Bürgern nun schon erklären, dass die Beteiligung der Anleger die einzig vernünftige Lösung ist", argumentierte Schäuble weiter - Auch eine Form, den Zypern zu suggerieren, dass die Pistole bereits entsichert sei. 

Neuer Hoffnungsträger ist Moskau
Bild: parikiaki.com
Die Berichterstattung des ZDF übertraf unserer Meinung nach an Einseitigkeit vieles vorher Dagewesene. So wird nicht im entferntesten auf das Ausmaß der neuesten EU-Sanktion verwiesen. Immerhin will Brüssel im Fall Zypern zum ersten Mal direkt an das Geld der Bürger heranrücken. Dies erscheint etwas skurril wenn man bedenkt, dass europäische Banken auf dem Griechenland-Umweg von der EU z.B. ca. 250 Milliarden Euro, also fast das 15-Fache an Hilfsgeldern erhielten. Der zyprische Außenminister ist indes bereits auf dem Weg Richtung Kreml, um dort Eigeninitiative in Sachen Insel-Rettung zu betreiben. Angesichts der vielen Milliarden Rubel im eigenen Land dürfte er bei seinem Vorhaben dort auch nicht gänzlich auf Ablehnung stoßen. Genug Gas steht zum Verkauf - "Putin rettet den Euro", dürfte dann Ende der Woche die Headline der BILD-Zeitung lauten.

Ebenfalls verzichtet wurde beim ZDF auf die Frage nach deutschen Spareinlagen. Diese gelten hierzulande ja seit dem Machtwort der Kanzlerin vor nun fast schon 5 Jahren im Volkstum als sicher. Um Ihre NTV-Ängste wiederum noch etwas weiter zu schüren, stellt auch Märchenrepublik nun folgende Fragen: 


Kann man dem Wort der Kanzlerin trauen? 
Sind wir wirklich dauerhaft sicher vor einem 'Bank-Run', ähnlich wie auf Zypern?


Von außen betrachtet mögen einen die meisten Medien ja in Sicherheit wiegen, gewiss. Jedoch dürfte selbst der uninteressierteste Bürger einen Großteil seines Vertrauens in das Bankwesen verloren haben, da eben seit 2008 von nichts anderem als einer "Finanzkrise" die Rede ist. Dabei und dadurch entstanden die größten politischen Auseinandersetzungen anschließend vor allem hier in Europa. Der "Streit um das Geld" zerrüttet seitdem zunehmend den Kontinent. Am Beispiel sind 70% der Briten gegen die EU. In Griechenland, Spanien und allen weiteren "Krisenstaaten" dürften es wesentlich mehr sein. In den Niederlanden und Österreich werden die Anti-Euro Stimmen immer lauter. Auch in Deutschland soll es wohl ein Anti-Euro Partei geben, leider offiziell nun auch  mit dem Titel: Nazis - Sind die denn überall?

Bild: Sparkasse
Von innen betrachtet ist die Gefahr eines Bank-Runs zum Glück nicht halb so hoch wie seine Folgen - jene wären nämlich verheerend. Dazu ein Ausschnitt der Bilanz der Sparkassen Gruppe aus dem Jahr 2011. Mit etwas Auge auf Anhieb zu erkennen ist die typische Funktionsweise einer Bank - Erhalte 10, Verleihe 100. So hält die Sparkasse grob das Zehnfache an Spareinlagen (Nicht-MFIs), als sie überhaupt an Eigenkapital besitzt. Finanzexperten werden jetzt entgegnen, dem stehen doch die offenen Forderungen gegenüber, also Kredite. Jene sind nüchtern betrachtet jedoch lediglich aus 9/10 Luft entstanden. Übersetzt heißt das, nur etwas mehr als 10% ihres Geldes existieren real. Die Sparkasse gilt im Übrigen als die "gesündeste Bank Deutschlands" - Ein Grund mehr für Sie, den Begriff 'Bank-Run' bei Eintritt möglichst wörtlich zu nehmen.

"Ihre Spareinlagen sind sicher"
 Realsatire ist das wirklich nur für den, der über solche Sätze lachen kann.





9 Kommentare:

  1. NO COMMENT. NUR GESPANNT WANN ES MIT DER SCHWEIZ SOWEIT IST.

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  2. ich werde den Staates Ganoven mein mühsam erspartes niemals freiwillig überlassen, und werde mich mit allen mitteln zur wehr setzen. wohlbemerkt mit allen mitteln

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  3. 10% ? In den USA ja, aber alle Infos, die ich bis hierher mitbekommen habe, ist in der EU die Mindesteinlage auf 1% gesunken. Und das schon seid einigen Jahren. Gibt es dazu belastbare Quellenangaben?
    LG

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  4. "Das Mindestreserve-Soll eines Instituts wird ermittelt, indem die Mindestreservebasis mit einem Mindestreservesatz multipliziert wird. Die EZB wendet einen einheitlichen positiven Reservesatz auf den überwiegenden Teil der in der Mindestreservebasis enthaltenen Bilanzposten an. Dieser Mindestreservesatz wurde zu Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion auf 2% festgesetzt und ab dem 18.01.2012 auf 1 % abgesenkt."

    Quelle: http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Kerngeschaeftsfelder/Geldpolitik/Mindestreserven/mindestreserven.html

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  5. Wenn man Wikipedia glauben kann, ist es noch gravierender:
    "Der Reservezinssatz im Oktober 2012 betrug 0,75% während er im Januar 2008 noch bei 4,20% lag."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve

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  6. ANONYM: Gleichzeitig mit der EURO Einführung hast du schon eine Hälfte abgegeben. Der Frosch sitzt schon im Topf.;-)

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  7. Schließe mich Jo Berzan an. Meiner eigenen Denkweise folgend wurden wir mit dem €uro um die Hälfte unseres Vermögens (ich habe keins, ist das jetzt von Vorteil?) beschissen.
    (Kein Vermögen zu haben ist kein Vorteil, weil man mit seiner Hände Arbeit nie mehr im Stande sein wird, sich welches zu erwirtschaften.)
    Vor meinem Auge ist das moderne Versklavung. Die Gutsherren heissen nur anders, die Sklaven heissen Bürger.

    Danke EU.

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    1. Ne Ne Anonym, danke nicht der EU. Danke Goldmann -Sachs( Bericht Goldmann- Sachs.Eine Bank regiert die Welt.) Ein MUSS. Uns bleibt nur eins übrig.SALVE ET SOLVE. Der Intelligente lebt von den Dummen und die Dummen von der Arbeit.Traurig aber wahr.

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  8. Muss leider Jo Berszan und Anonym zu 100% recht geben!
    Ähnlich verlief es übrigens mit der Wiedervereinigung. Hier wurde vorhandenes Volksvermögen plötzlich als Schulden ausgewiesen!
    Wer diese Geschichte gern als spannendes Hörbuch inhalieren möchte:
    https://www.youtube.com/watch?v=3TkvjP0UFQ0

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