Freitag, 26. April 2013

"Tod aus dem Schlot" - Greenpeace Studie verdeutlicht Gefahr von Kohlekraftwerken

(nh) Eine aktuelle, von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie mit dem reißerischen Namen „Tod aus dem Schlot“ beziffert erstmals Todesfälle durch Feinstaubemissionen aus Kohlekraftwerken.

Durch ein Modellierungssystem der Universität Stuttgart wurden die gesundheitlichen Auswirkungen von den 67 größten deutschen Kohlekraftwerken, die zum jetzigen Zeitpunkt Strom produzieren, untersucht. Mit dem Ergebnis, dass jedes Jahr circa 3.100 Menschen ihr Leben, durch Feinstäube welche in die Lunge und den Blutkreislauf eindringen, verlieren.

Über 70% der Schwefeldioxidemissionen (SO2), sowie 40% der Stickstoffemissionen (NOx) in der EU werden durch Braun- und Steinkohlekraftwerke verursacht.

Bild: Greenpeace
Durch den Vorfall im Atomkraftwerk Fukushima und dem damit vorzeitig eingeleiteten Kernenergieausstieg, sowie das Moratorium wurden auch in Deutschland zusätzliche Kapazitäten in Form von Kohlekraftwerken wieder in Betrieb genommen, was sich unter anderem in dem Anstieg von Kohlekraft um fünf Prozent zwischen 2010 und 2012 bemerkbar machte.

Die Studie prognostiziert weiter, dass die jährliche Sterberate um 1.100 Personen ansteigen kann, wenn die 15 geplanten Neu-Kraftwerke in die Tat umgesetzt werden.

Deutschland selbst ist „Weltmeister“ in der Braunkohleförderung mit über 185 Mio. Tonnen pro Jahr. Da der deutsche Strommix zu über 45% auf Kohle beruht, (19% Steinkohle, 26% Braunkohle) ergibt sich eine installierte Kohlestromleistung von circa 55 Gigawatt.

Trotz des Umfangs dieser Studie, bleiben ein paar Kritikpunkte zurück. Da das Berechnungsmodell auf statistischen Daten beruht, und durch die so ermittelte Partikelbelastung folgende Gesundheitsschäden berechnet wurden, kann über die „endgültige“ Todesursache nur spekuliert werden. Da externe Effekte wie Lebensumfeld oder medizinische Vorgeschichte keinen Einfluss nehmen konnten.

Dass Greenpeace ausgerechnet zu so einem Ergebnis kommt, dürfte auch niemanden wundern. Trotzdem bleiben die Aspekte der Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung bei beibehalten dieser Politik besorgniserregend.

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