Donnerstag, 4. April 2013

Sie wollen doch nur euer Bestes – Euer Geld!

  von Christian Moosegger

So steht es wörtlich als Überschrift auf einer interessanten Infoseite geschrieben, die das Versagen der Politik beschreibt, aber auch die merkwürdige Tatsache, dass man als Firmeninhaber mit den richtigen Connections zur Volksvertretung immer rechtzeitig seine Schäfchen ins Trockene bringt. In diesem Fall dann, wenn man als Unternehmer praktischer Weise mit der Tochter des zyprischen Präsidenten verheiratet ist…

Dass die „Bank of Cyprus“ 2012 als beste Privatbank ausgezeichnet wurde, dürfte angesichts der aktuellen Lage als schlechter Witz in die Geschichte der Finanzkrise eingehen. Fakten und objektive Gründe für diese Auszeichnung dürfte man vergeblich suchen. Alles andere hätte mich allerdings im weltweiten Casino des Banken-Roulettes auch verwundert!

Überhaupt ist es derzeit sehr schwierig, das Thema „Banken“ – ehemals sicherer Hort der Ersparnisse – bei aktuellen Überlegungen außen vor zu lassen. Schließlich sind sie es, die man ständig rettet. Oder sollte man besser sagen: Noch am Leben erhält, was sogar ich als medizinischer Laie als gewaltigen Unterschied betrachte!

Allen Zeitgenossen, die immer noch ein Quäntchen Restvertrauen in diese staatlich subventionierten Spielhöllen haben, sei die Lektüre vonaktuellen Meldungen empfohlen, um auf den Boden der Tatsache zurückzukommen! Dass auch solche Fakten an der unerschütterlichen Zuneigung mancher Leute zu ihrer Hausbank kaum kratzen können, ist mir durchaus bewusst. So manche schütteln unangenehme Tatsachen lieber ab und flüchten sich in die (Alb)Traumwelt von DSDS oder ins Dschungelcamp. Wenn man das dortige Grauen betrachtet, erscheint so manche Banken- und Finanzkrise eher sekundär…

Dann erkennen sie aber leider zu spät, dass sie um ihre spätere Existenz gebracht und darüber hinaus auch noch kollektiv für die Unfähigkeit (oder sollte ich sagen "geplanter Aktionismus zugunsten der Banken") unserer Politik-"Elite" von vielen betroffenen PIIGS-Staaten angefeindet werden!

Sprich: Wir retten die Banken in Zypern, Griechenland, Portugal, Spanien und Italien und sind dafür der Buhmann der Euro-Nationen!

Ich weiß, liebe Südländer: Ihr als Bürger habt von diesen Rettungspaketen nicht viel - nichtsdestotrotz solltet ihr differenzieren zwischen politischem Unvermögen sowie den Opfern, die der deutschen  Bevölkerung aufgebürdet werden. Bevor wir also (erneut) zum Feindbild erklärt werden, sollten die Zyprioten ihr Geld vom Staatspräsidenten zurückholen, der offensichtlich mit seinem Vermögen noch rechtzeitig das sinkende Schiff verlassen hat.
Wie man es auch dreht und wendet: Letztendlich haben wir Europäer es unseren "Führungseliten" zu verdanken, dass:

1. "Made in Germany" zum Ausverkauf an ausländische Investoren und Hedge-Fonds steht (umso bedeutender ist unser Geschäftskonzept, das wenigstens ein nicht zu unterschätzendes Gegengewicht zu dieser Entwicklung darstellt).

2. und die deutsche Bevölkerung trotz friedvollem Umgang mit den Nachbarn und jahrzehntelangen, milliardenschweren Zahlungen wieder als Feindbild herhalten muss!

Ob am Schluss dieser heutigen, geschichtlich sicher bemerkenswerten Epoche dann noch jemand von sich gibt: „Sie wollten doch nur unser Bestes….“ wage ich sehr zu bezweifeln. Wenn, dann höchstens mit dem Zusatz aus der Überschrift „…unser Geld!“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen