Auf Drängen des
Verbandes der europäischen Industrie (Business Europe) hin beschäftigte sich
der europäische Rat damit, die Energiepreise auf ein „erschwingliches Maß“
zurückzuschrauben, um somit Wachstum, Arbeitsplätze und vor allem den
internationalen Wettbewerb nicht zu gefährden. Europäische Unternehmen müssen im
Vergleich zu amerikanischen oder asiatischen Konkurrenten bis zu 300% mehr für Gas
und Strom bezahlen. Dies läge, so der Verband, an der überhöhten
Subventionierung von erneuerbaren Energien und dem Emmissions- Zertifikatehandel,
welcher hauptsächlich die energieintensive Industrie trifft. Die Tatsache, dass in Europa einfach weitaus weniger fossile
Brennstoffe gefördert werden, fand in der Begründung keine Anwendung.
Nach der Tagung am
Mittwoch sieht es für die „strahlende“ Zukunft der Mitgliedsstaaten, insbesondere
Deutschlands, düster aus, da der Rat nun ausdrücklich eine genauere
Untersuchung der einheimischen Energiequellen auf deren Tauglichkeit und
Kosteneffizienz noch in diesem Jahr beschlossen hat. Dies bedeutet, dass auch
Fracking, laut Herman Van Rompuy (Präsident des Europäischen Rates) eben auch
zum nationalen Energiemix gehöre, und somit nicht ausgeschlossen werden darf.
Es ist ein herber
Rückschritt für Wind- und Solarstrom, da diese aller Wahrscheinlichkeit nach eine erneut
lediglich untergeordnete Rolle spielen werden. Somit sollen wieder vermehrt Kohle-, Gas- und eventuell sogar
Kernkraftwerke die sowieso schon zerrüttete europäische Binnenwirtschaft
entlasten.
Zwar übernimmt die EU
nur eine administrative Rolle und überlässt es den jeweiligen Mitgliedsstaaten,
wie die Energiepolitik nun im Detail geändert werden kann. Dennoch stellt die
Industrielobby nicht nur in dem supranationalen Gebilde der Union eine (zu) starke
Macht dar. Die Mitgliedsstaaten, allen voran Deutschland, zeigen nun wie man
sich national sowie international vor einem Lobbyverband kollektiv in den
Feinstaub werfen kann.
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