Samstag, 1. Juni 2013

Erzwungenen Niveaulosigkeit

(nh) Wie wäre es mit einem neuen, revolutionären TV-Format, in denen Prominente oder Menschen, welche sich dafür halten, gehalten haben, oder von anderen noch zweifelhafteren Objekten dafür gehalten werden, quer durch Deutschland touren, und in wahllos ermittelte Haushalte eindringen, um dann mit der Dame oder dem Herren des Hauses einen ganz „spontanen“ Tag zu verbringen. Dieses Schauspiel wiederholt sich dann ganze fünf Mal, und am Ende darf/muss der Prominentendarsteller eine subjektive Bewertung für seinen Lieblingshaushalt abgeben.

Ein super Format für RTL und Konsorten, ein „Unterschichtensegmentserweiterungsmodul“ ganz im Interesse der privat-medialen Massenberieselung. Nur eines stimmt an dieser Geschichte nicht. Das eben erwähnte Format, ist kein visionäres Hirngespinst eines perversen Privatsenders, eben jene TV-Tortur existiert bereits und erscheint schon nächsten Montag zur „Hausfrauenprimetime“ um 14:15 Uhr im ZDF!

Bild: ZDF

„Der Star auf meiner Couch“ wird das neue Flaggschiff des mittäglichen Programms des zweiten öffentlich-rechtlichen GEZ-Veruntreuers.



Zwar ist eine Kochsendung, welche für diese priorisierte Peinlichkeit vom Sendeplatz vertrieben wurde, keine wirklich bessere Alternative, doch muss die Frage erlaubt sein, wie weit eine gebührenfinanzierte Sendeanstalt denn überhaupt gehen darf. Im Jahr 2013, in dem das Fernsehen nur noch eine immer schwächer werdende Randerscheinung für die kommenden Generationen darstellt, werden nun sämtliche Register gezogen, um aus den Milliardeneinnahmen unfreiwillig zahlender Bürger Sendezeit zu füllen, damit man nicht gänzlich hinter die private Müllschleudermaschinerie zurückfällt.

Ein Skandal, Unverschämtheit, Sauerei,… alles berechtigte Reaktionen und Meinungen zu diesem Schritt des „öffentlichen“ Fernsehens. Doch vielleicht sollte man versuchen, diesen Kropf der Unterhaltung mit seinen eigenen Waffen zu schlagen: 

Fordert mehr Trash-TV in den öffentlich rechtlichen. So lange, bis auch die Tagesschau wegen mangelnder Quoten durch Handywerbung und einem Trailer für eine neue Reality-Soap, in der schwer erziehbare Jugendliche für jungesellige Bauernhofbesitzer kochen dürfen, abgesetzt wird.


Wenn diesen Sendern dann durch ignorieren des ohnehin schon fast nicht mehr existenten Bildungsauftrages, die „öffentlich rechtliche“ Lizenz entzogen wird, und ARD und ZDF sich hinter RTL und Kabel1 einreihen dürfen, dann hat vielleicht auch der GEZ-Wahnsinn ein Ende. 

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