[Wohlstandsbildung]
Über 90 Millionen Lebensversicherungen existieren noch in unserem Land und sollen - so die ursprüngliche Motivation für deren Abschluss - u.a. die Altersvorsorge der Betroffenen gewährleisten.
Nun habe ich ja wiederholt in meinen bisherigen Beiträgen verschiedene Szenarien aufgezeigt, warum diese Rechnung niemals aufgehen kann; allesamt belegt durch gesetzliche oder vertragliche Bestimmungen der Assekuranzen. Teils aus der jüngsten Vergangenheit in den letzten Monaten.
Diese Schilderungen kann man natürlich als rein theoretisch ansehen und annehmen, dass das nie in der Praxis geschehen wird. Schließlich ist ja alles - abgesehen von drastischen Einbußen der angesparten Werte - in relativer Ordnung. Wenn man nun allerdings einen authentischen Fall heranzieht, dürfte die Betrachtung eine völlig andere werden.
Interessanterweise bin ich vor kurzem auf einen Vertrag über eine Lebensversicherung aus dem Jahre 1932 gestoßen, dessen Schriftverkehr in knapp 60 Jahren die Tragik der Situation aufzeigt:
- Im Jahre 1932 von einem Bäckermeister für seine Tochter abgeschlossen bei einem der größten Versicherungskonzerne weltweit über eine Laufzeit von 23 Jahren. Versicherungswert knapp 3.000 Reichsmark, für damalige Zeiten ein kleines Vermögen!
- 1957 erhielt die versicherte Person auf Anfrage beim Konzern die Auskunft, dass wegen der Währungsreform in 1948 keine Auszahlung erfolgen wird.
- Der letzte Schriftverkehr mit der Versicherung von 1990 untermauert und bestätigt diesen Sachverhalt. Diesmal wird als Begründung die Wiedervereinigung in Verbindung mit alten Gesetzesgrundlagen herangezogen.
Interessant dabei u.a.: Der Verlust für die versicherte Person entstand in erster Linie durch die zugrunde liegenden "Reichsschuldverschreibungen", die 1948 wertlos geworden sind. Wenn man nun an dieser Stelle "Staatsanleihen" einsetzt (früher "Bundesschuldpapiere") und das ganze auf die heutige Situation hin betrachtet, dürften einige Parallelen sichtbar werden.
Erwähnenswert ist übrigens auch, dass die heutige "Bundeswertpapierverwaltung" vor nicht allzu langer Zeit noch "Bundesschuldenverwaltung" hieß. Hört sich doch jetzt gleich viel besser an, oder? Der Inhalt dagegen bleibt nach wie vor ein (mittlerweile uneinlösbares) Versprechen auf eine Rückzahlung durch den Bund.
Und siehe da: Der heutige Lebensversicherungskunde bewegt sich einmal mehr in einem Teufelskreis von zu erwartenden Auszahlungen und wird in absehbarer Zeit wohl oder übel das Schicksal des Bäckermeisters von 1932 teilen...
Damit kein Zweifel an der Existenz der eingangs erwähnten Versicherungsunterlagen aufkommt, stelle ich diese auf Anfrage selbstverständlich gern als email-Anhang zur Verfügung.
Eine kurze Nachricht an moosegger@wohlstandsbildner.de genügt.
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Ich habe 1980 eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlosen, die 1991 als eine Direktversicherung von meinem Arbeitgeber weitergeführt wurde. Die Beiträge zu der Versicherung wurden aber nicht von meinem Arbeitgeber bezahlt, sondern mir von meinem Lohn 2 mal jährlich abgezogen. Als ich dann 2010 die Versicherung ausbezahlt bekam, musste ich feststellen, daß die Bundesregierung 2004 ein Gesetz gemacht hat, daß alle Verträge die nach 2004 ausbezahlt werden, noch einmal Kranken und Sozialsteuern zahlen müssen. Und das ist sogar von dem Bundesgerichtshof bestätigt worden, daß auch wenn man 2 mal für die gleiche Sache Krankenversicherung bezahlt, dass das rechtens ist. Und somit bezahle ich jeden Monat 45€ Krankenversicherung und das 10 Jahre lang (macht von 40000€ die ich von der Versicherung ausbezahlt bekam, runde 5400€ doppelte Bezahlung.
AntwortenLöschenIch habe dagegen geklagt vor Gericht, aber da es vom Bundesgerichtshof abgesegnet ist, hatte ich natürlich keine Chance.
Aber einen riesigen dicken Hals, über den deutschen Rechtsstaat.
Konnte jetzt nicht klar aus dem Beitrag ersehen, ob dieser Vertrag noch aktiv ist oder nicht mehr. Evtl. gäbe es ja eine Lösung dafür.
Löschender Vertrag wurde Ende 2010 ausbezahlt.
LöschenDas kann ich bestätigen! Ich bin zwar erst 29 aber da mein Chef bald in Rente geht hat er sich auch eine "Direktversicherung" ausbezahlen lassen, wofür er Jahrzehnte einbezahlte und die auch hoch angepriesen war. Damals war nicht ersichtlich das darauf nochmal eine Versicherung (steuer) kommt. Schlimm genug das man hinterher überhaupt noch was dafür bezahlen soll, gibt es, soweit ich weiss, keine Möglichkeit die Kv. auf einen Schlag zu bezahlen und muss die wirklich über Jahre abstottern. Von der Rente geht dann nocheinmal extra ein Kv. Beitrag weg. Und letztendlich hat er mit Inflation etc. draufgezahlt.
AntwortenLöschenEin Hinweis an dieser Stelle, da ich immer wieder von Verlusten aus Versicherungen und gesetzlichen Hürden lese:
AntwortenLöschenDie Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass jene Kapitalanlage die beste ist (und auch sein muss), die NICHT von staatlichen Förderungen abhängig ist.
Denn eins ist klar: Wenn der Staat seine Finger mit in der Finanzierung von Altersvorsorgen hat, will er auch ganz gehörig dabei mitreden und ggf. seine Meinung (bzw. Förderung) ändern!
Hallo, ich bin der dessen Versicherung 2010 ausbezahlt wurde.
AntwortenLöschenIch finde es nicht richtig, daß wenn eine Versicherung die 1980 abgeschlossen wurde, durch ein Gesetz abgeändert werden kann. Es hat mich schon gestört daß die Verzinsung fast jedes Jahr gekürzt wurde. Ich kann doch auch nicht, wenn ich einen Kredit laufen habe, zu meiner Bank gehen und sagen. Leute es geht mir finanziell nicht mehr so gut, ich bezahle nur noch 5 anstatt 6% Zins, aber das habe ich noch hingenommen, weil es die wirtschaftliche Lage erforderte???? Für was schließt man Verträge ab.
"Ich finde es nicht richtig, daß wenn eine Versicherung die 1980 abgeschlossen wurde, durch ein Gesetz abgeändert werden kann."
LöschenDas ist leider nur die Spitze des Eisbergs. In den bestehenden Versicherungsverträgen schlummern noch ganz andere Zeitbomben.
Hier eine (sicher nicht vollständige) Übersicht über die Fallen in der liebsten Altersvorsorge der Deutschen:
https://dl.dropboxusercontent.com/u/77766393/Wohlstandsbildner/7%20Sargn%C3%A4gel%20der%20Altersvorsorge.pdf
Vielen Dank Herr Moosegger (Auszahlung 2010)
LöschenGenau so sehe ich das auch, aber die Richter vom Bundesgerichtshof sehen das nicht so, und finden es in Ordnung wenn der kleine Arbeiter die Krankenkassenbeiträge doppelt bezahlen muß.
Habe noch etwas gefunden zu der Sache.
Resumee:
Rentner genießen weder Vertrauens- noch Bestandsschutz. Sie werden seit Jahrzehnten von der Politik
zu Bürgern 2. Klasse degradiert. Sie dürfen nur noch zahlen, haben aber keine Rechte. Im Gegensatz
zu Beamten verweigert man ihnen mit dem GMG1 jetzt zusätzlich auch noch den Vertragsschutz,
und das mit Billigung BVerfG (Richter sind ebenfalls Beamte … mit eigener Rechtsauslegung). Zahlungen
aus Privatvermögen in eine LV werden mit Fälligkeit kurzerhand als beitragspflichtige Betriebsrente
umfunktioniert. Ein Schildbürgerstreich ohne Beispiel.
Sind unsere Politiker (auch Richter) inzwischen von allen guten Geistern verlassen?
Für sich selbst alle Vorteile mitnehmen, die Bürgern jedoch um ihre Ersparnisse bringen und kalt enteignen.
Ist das noch vertrauensvolle Politik?
In welchem Land leben wir eigentlich?
Frage an den VdK sowie an (***):
Wie lange müssen wir Bürger, die alles aus der eigenen Tasche bezahlen, uns das noch bieten
lassen? Hier muss endlich ein „Ruck“ (Roman Herzog) durch die Gesellschaft gehen!
Wann haben VdK, SoVD, DGB, Paritätischer Wohlfahrtsverband den Mut, hier gemeinsam gegen
diese politische Willkür vorzugehen? Sind Arbeitnehmer nur noch abhängige Befehlsempfänger?
Die Zeit hierfür ist überreif, die BT-Wahl bietet die beste Gelegenheit.
Fazit: Die Partei die dieses Gesetz rückgängig macht, wird von mir gewählt.