Mittwoch, 10. Oktober 2012

Spendenkämpfe

Von Philipp Horn

Es ist endlich wieder soweit – Wahlkampf! 
Eine Zeit, in der wirklich wichtige Geschehnisse vernachlässigt werden, und nur noch eines zählt – die Show.

„Mutter“ des modernen Wahlkampfes von heute sind natürlich die USA. Mit Pauken und Trompeten ziehen die Zugpferde der Demokratischen sowie Republikanischen Zirkusvereinigungen alle 4 Jahre von Termin zu Termin, um die Manège am Ende für sich allein zu haben.
Natürlich lässt man sich diesen Spaß auch etwas kosten – so sammelte der aktuelle Präsident und Friedensengel Barack Obama 2008 bereits über 400 Mio. $ an Spenden ein. Beim Umverteilen dieser Gelder hatte Obama im Anschluss jedoch so viele Probleme, dass nach seinem Wahlsieg mehr als 65 Mio. Dollar übrig blieben.  „Cash on Hand“ bezeichnen die Amerikaner diesen Restbetrag – frei in das Deutsche übersetzt bedeutet das so viel wie: 'Lobbyistische Präventivzahlungen zur Sicherung perverser Interessen'


Natürlich möchte sein Herausforderer Mitt Romney am Ende dieses Wettstreites eine ähnlich hohe Prämie absahnen. Zumal er ja im Präsidentschaftsrennen 2008 nur läppische 60.000 $ „verdiente“. Schon brutal, wie hart die amerikanische Wahlkampfmaschinerie gescheiterte Halbfinalisten am Ende abstraft oder?
Glück für Romney, er besitzt ein geschätztes Nettovermögen von 250 Mio Dollar. Und natürlich hat er sich dieses Geld auch durch harte Arbeit verdient. Der gute Mitt ist nämlich ein sogenannter "Venture Capitalist", sozusagen eine Geld-Heuschrecke. Er verleiht Geld, bekommt dafür mehr Geld und benutzt dieses anschließend um an noch mehr Geld zu gelangen. Fast wie Robin Hood. Ergo 'arbeiten für Romney' bereits heute tausende Menschen. So etwas allein prädestiniert schon Präsident von über 300 Mio. Bürgern zu werden. Außerdem ist es bewundernswert, dass er sich um den Posten als War-Lord bewirbt, obwohl ihn über die Hälfte seines potentiellen Volks offenkundig anwidert – so etwas nennt man echten Arbeitswillen.


Und dennoch wird es trotz des aktuellen Umfragehochs sehr schwer für den guten Mitt, denn sein Endgegener spielt jetzt schon 4 Jahre mit vielen reichen Freunden in der Oberliga. So ist Obamas Finanzminister ein bestimmter Timothy Geithner, ehemals Chef der FED in New York. Obama hat auf deutsch gesagt also einen Ackermann auf dem Finanz-Chef-Sessel. Zusammen mit eben jenem Geithner und seiner „Wir-sind-85%-Wallstreet-Regierung“ hat  Barack Hussein u.a. das Wunder vollbracht, die größten amerikanischen Banken zu 'retten' und ihren Gewinn dabei sogar noch um 10% zu steigern - trotz Weltwirtschaftskrise. Über die Tatsache, dass die Reallöhne der Bevölkerung in der gleichen Zeit um über 5% fielen, kann Obama sicherlich hinweg sehen. Seine Reichen und Mächtigen Wall-Street Freunde werden das wie üblich inszenierte Hollywood-Getöse im Wahlkampf schon bezahlen – und der „Pöbel“ jenes dann wie gewohnt schlucken, um brav sein Kreuz bei der schwarzen Friedenstaube zu machen. Den Fakt, dass in Obamas erster Amtsperiode die größte Umverteilung von Arm nach Reich stattfand, wird ihm sicher keiner Übel nehmen.

Romney bleibt also nichts anderes übrig, als sich ebenfalls bei den Superreichen einzuschleimen. Die Occupy-Bewegung als hochrangig gefährlich zu bezeichnen, wird da wohl nicht reichen. Auch Russland als größten geopolitischen Feind und China als Währungsmanipulator zu betiteln, bringt ihm nicht allzu viele Punkte. Mitt muss unbedingt lernen, das Schwulenhass und Abtreibungsantipathie allein nicht ausreichen, um diese Wahl zu gewinnen – Lobbyisten aus dem Finanzsektor sind das, was ein echter amerikanischer Präsidentschaftskandidat heutzutage benötigt.

Märchenrepublik ist überzeugt davon, dass Mitt Romney die 'Kurve kriegen' kann, um den Grad an Korruption, den ihm sein Widersacher vorgibt, zu erreichen. Mündige US-Bürger haben nun die Qual der Wahl. Sollte sich zufällig einer von ihnen unter unseren Lesern befinden, hier noch ein kleiner Tipp: Mit einem ganz großen Kreuz auf dem Wahlzettel können Sie auch für beide Kandidaten stimmen.

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