Dienstag, 15. Januar 2013

Dschungelcamp - Käfighaltung für Z-Promis

  Von Nico Hickel

Vierzig Grad im Schatten, zivilisationsfreie Landschaft im Umkreis von Meilen, ein Dutzend erbärmlich wenig prominenter Menschen tausende Kilometer weit weg am Arsch der Welt. Eigentlich eine durchaus erfreuliche Nachricht für TV-ferne Schichten wie Hunde, Staubsauger oder aufgeklärte Menschen.

Wenn da nur nicht die allumfassende Zeitung-, Internet- und sonstige Berichterstattung über eben genau dieses Thema wäre. Das Dschungelcamp Staffel 7 oder 10 der 348, es ist vollkommen egal. Da ein zeitlicher Unterschied eigentlich nur am altern der Moderatoren erkennbar wäre. Ein Format, das in den kommenden Wochen die Zeitungen und leichtgläubigen Gemüter füllen wird, wie kaum etwas anderes.

Foto: TV Movie
Da hätten schon Lady Di und der Papst gleichzeitig das One-Way Ticket in einen Pariser Tunnel lösen müssen, um ähnliche Omnipräsenz in den Medien zu erhalten. Aber nein, seit Jahren reicht es nun schon aus, ein paar vollkommen unbekannte, und ein oder zwei nicht total- aber finanziell oder gesellschaftlich heruntergekommene Menschen in einen Flieger und anschließend in einen präparierten Abenteuerwald im australischen Busch zu stecken, um Einschaltquoten im beinahe zweistelligen Millionenbereich zu erzielen.

Es ist erstaunlich wie sich das Aufmerksamkeitsspektrum der Allgemeinheit während dieser Freiland-Big Brother-Haltung mit kulinarischem Ekeleffekt ändert. Politik? Krise? Kriege? Achwas... auf RTL kann man Nippel sehen! Wenn mal wieder eine Prominentenpuppe ohne Scham- und Selbstwertgefühl ein Schlammbad nimmt. Live!

Aber das Format hat für den Sender natürlich durchaus Potenzial. Kaum Kosten, das teuerste wird wohl der Flug sein, und enorme Gewinne für RTL. Aber mal im Ernst, der Leitspruch lautet "Ich bin ein STAR, holt mich hier raus", warum schicken wir dann Menschen hin, die vom Star so weit entfernt sind, wie Griechenland von einem ausgeglichenen Haushalt? Warum nicht wirkliche STARS, Topbanker- und Manager. Ackermann mit Wowereit beim Kakerlakenfrühstück. Und van Rompuy darf in der Würmerwanne nach Ringen tauchen.

Sowas würde sogar ich mir anschauen.


11 Kommentare:

  1. Berichtet doch mal über was Positives, das ewig-immergleiche "Alles Scheisse" nützt auch keinem was.
    Wer permanent selbst über Scheisse berichtet, stinkt irgendwann selbst danach.

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  2. Stimmt schon, Besonders freudig sind Eure Berichterstattungen nicht. Vielleicht kann man da ja mal was machen.

    Andererseits - Was gibt es bei dieser Form der Themenanalyse auch schon Positives zu berichten?! ;)

    Von daher, lasst Euch nicht unterkriegen.

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  3. Wem es nicht passt, brauch hier ja nicht mitlesen

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  4. an die ersten beiden "Anonym": Wenn ihr "Heile Welt" schauen wollt, schaltet den Fernseher ein! Unglaublich, was es für Ignoranz gibt. Habt ihr auch schonmal an RTL und Konsorten geschrieben, dass die mit dem Scheiß aufhören sollen? Nee, Hauptsache hier geistig dünnscheißen.

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  5. ich kann die ersten beiden verstehen,.. also die anonym-leute. kla wäre es schön mal was positives zu lesen, aber es gibt wirklich so gut wie nichts positives was ich momentan finde.

    ich hoffe bei zeiten auf eine internetplattform wo sich alle gruppen die protest gegen irgendetwas hegen zusammenschließen und dann gemeinsam an den problemen arbeiten. ich kenne fast niemanden der nicht gegen irgendwas demonstriet, aber halt alle aufgesplittet. fusions-energie ist nicht nur als müllfreie energiegewinnung interessant. lasst uns zusammenkommen!

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  6. @Martin Arndt: wie wärs mit www.openpetition.de ? ist immerhin ein Anfang. und immerhin können die Leute, die eine Petition erstellt haben mit den Unterzeichnern per Mail kommunizieren und sich z.B. zu gemeinsamen Aktionen verabreden. Was meinste?

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  7. "16. Januar 2013 11:34" - Danke vielmals für deinen Tipp! Ich werde mir die Seite mal anschauen.

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  8. Da fühlen sich ein paar exzessive Dschungelcamp-Glotzer wohl auf den Schlips getreten....

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  9. Es klingt pessimistisch, aber mal ehrlich in den letzten 10 oder wenn nicht gar beinahe 15 Jahren hat sich doch nichts verändert. Immer die selben Showkonzepte, alles nur Theater und spielerei ohne Sinn und Verstand. Jedes neue Jahr kommt einem vor wie ein Dejavue das an das letzte Jahr erinnert. Es ist nicht so das Menschen dumm sind, keiner ist ernsthaft dumm, lediglich unwissend oder eben viel zu abhängig von Ritualen welche das Leben bestimmen- sollen.

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  10. warum sollte man sich auch mit "neuen" showkonzepten die Mühe machen?
    Die alten reichen ja wohl vollkommen aus die breite Mehrheit bei Laune zu halten

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